Serie brutaler Überfälle auf Waldweg in Schwerin: Opfer berichtet von Angst
Überfall-Serie auf Waldweg in Schwerin: Opfer berichtet

Eine Serie brutaler Raubüberfälle auf einem Waldweg im Schweriner Stadtteil Mueßer Holz versetzt Anwohner in Angst. Bereits dreimal schlugen maskierte Täter zu, zuletzt am 5. Mai. Ein Opfer berichtet von dem Angriff und den Folgen.

Angriff im Morgengrauen

Anfang März, kurz vor Sonnenaufgang: Steffen (Name geändert) machte sich mit seinem Hund auf den Weg zu einer Gassirunde. Plötzlich sprangen drei Männer aus dem Gebüsch, zwei von ihnen maskiert. Sie forderten lautstark: „Taschen leeren!“ Steffen warf sein Handy hinter einen Zaun, um die Täter zu täuschen. Die Männer stürzten sich auf den 37-Jährigen, schlugen ihn und traktierten ihn mit Quarzhandschuhen. Dann flohen sie in den Wald. Steffen blieb benommen zurück. Die Polizei war schnell vor Ort, sicherte Spuren und befragte Zeugen, doch die Täter blieben unerkannt.

Weitere Überfälle erschüttern die Anwohner

Am 29. April wurde ein 65-jähriger Radfahrer auf demselben Waldweg zwischen der Landesstraße und der Plater Straße von vier jungen Männern angegriffen. Sie schlugen und traten auf ihn ein, rissen ihn zu Boden. Der Senior erlitt einen Kieferbruch, einen Riss im Trommelfell und zahlreiche Blutergüsse. Seine Armbanduhr und etwas Bargeld im Wert von etwa 100 Euro wurden gestohlen. Rettungskräfte brachten ihn ins Krankenhaus.

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Nur wenige Tage später, am 5. Mai gegen 21.20 Uhr, überfielen drei junge Männer einen 17-Jährigen auf dem gleichen Weg. Sie drohten ihm und entrissen ihm Jacke und Kopfhörer im Wert von rund 160 Euro. Die Opfer beschreiben die Täter ähnlich: jung, zwischen 17 und 25 Jahre alt, deutschsprachig, teils mit Kapuzen und Sturmhauben maskiert.

Ermittlungen der Polizei

Die Schweriner Kriminalpolizei untersucht die Serie von Überfällen und prüft Zusammenhänge. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, sagt Polizeisprecherin Juliane Zgonine. Die Beamten ermitteln wegen schweren Raubes und räuberischer Erpressung. Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0385 5180 2224 oder per E-Mail entgegen.

Verunsicherung im Mueßer Holz

Im Mueßer Holz, das oft als sozialer Brennpunkt beschrieben wird, ist die Verunsicherung groß. Vor der Suchtklinik diskutieren Anwohner über Angst und Zusammenhalt. Eine junge Frau berichtet: „Uns wurde geraten, uns nicht allein auf dem Parkplatz vor der Sporthalle aufzuhalten.“ Viele nicken zustimmend.

Soziale Träger und Nachbarschaftsinitiativen bemühen sich seit Jahren um ein besseres Miteinander, doch die Raubüberfälle haben Narben hinterlassen. Auch Steffen ist vorsichtiger geworden. „Wer hier bei Dämmerung rausgeht, schaut sich jetzt zwei- bis dreimal um“, sagt er.

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