Brandenburg verzeichnet alarmierenden Anstieg rechter Straftaten
Die Sicherheitsbehörden in Brandenburg registrierten im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs politisch motivierter Straftaten mit rechtem Hintergrund. Nach Angaben aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Noack wurden 2025 insgesamt fast 2.840 Delikte aus dem rechten Spektrum erfasst. Dies stellt einen Anstieg von knapp 280 Fällen oder rund elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar.
Gewalttaten und Kennzeichenverbreitung im Fokus
Unter den registrierten Straftaten befanden sich etwa 100 Gewalttaten, die einen zentralen Bestandteil der rechten Kriminalität ausmachen. Der Großteil der Delikte umfasste jedoch andere Formen der Strafbarkeit:
- Verwenden verfassungsfeindlicher und terroristischer Kennzeichen
- Volksverhetzung in verschiedenen Ausprägungen
- Beleidigungen mit politischem Hintergrund
- Sachbeschädigungen aus ideologischen Motiven
Besorgniserregende Entwicklung bei gewaltorientierten Rechtsextremisten
Parallel zum Anstieg der Straftaten zeigt sich eine dramatische Entwicklung bei gewaltorientierten Rechtsextremisten in Brandenburg. Daten aus dem Verfassungsschutzbericht belegen, dass deren Zahl zwischen 2021 und 2024 von 1.390 auf 3.650 Personen angestiegen ist. Diese Verdreifachung innerhalb von nur drei Jahren unterstreicht die Dringlichkeit der Problematik.
Politischer Appell zu entschlossenem Handeln
SPD-Landtagsabgeordneter Andreas Noack betonte in seiner Reaktion auf die Zahlen: „Rechte Gewalt ist nach wie vor auf dem Vormarsch.“ Er forderte ein umfassendes Vorgehen gegen diese Entwicklung: „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, entschlossen und konsequent zu handeln. Dazu gehören eine klare politische Haltung, eine wirksame Prävention sowie eine konsequente Strafverfolgung all jener, die Hass säen, Gewalt verherrlichen oder unsere Demokratie destabilisieren wollen.“
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen die anhaltende Herausforderung für die Sicherheitsbehörden und die Gesellschaft in Brandenburg. Der signifikante Anstieg sowohl bei Straftaten als auch bei gewaltorientierten Personen im rechtsextremen Spektrum erfordert nach Ansicht von Experten und Politikern verstärkte Anstrengungen in den Bereichen Prävention, Aufklärung und Strafverfolgung.



