Im Zusammenhang mit dem Diebstahl zahlreicher Bronzestatuen von Friedhöfen und aus öffentlichen Parks beginnt heute vor dem Berliner Landgericht ein Prozess gegen ein Ehepaar und einen mutmaßlichen Hehler. Die Angeklagten, ein 68-jähriger Mann und seine 63-jährige Frau, sollen in insgesamt 39 Fällen Kunstobjekte gestohlen oder Diebesgut von unbekannten Tätern erworben haben. Ein 56-jähriger Mitangeklagter wird der gewerbsmäßigen Hehlerei beschuldigt, da er gestohlene Skulpturen erworben haben soll.
Umfangreiche Diebstahlserie
Die Taten erstrecken sich über den Zeitraum von 2021 bis 2025. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden unter anderem rund 40 Bronzestatuen und diverse Reliefplatten entwendet. Die meisten Diebstähle ereigneten sich auf Friedhöfen in Berlin. Betroffen waren jedoch auch Friedhöfe in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Die gestohlenen Objekte umfassen unter anderem Jesusfiguren, Engel und eine Glocke.
Hohe Schadenssummen
Die Staatsanwaltschaft hat die Einziehung von Taterlösen in beträchtlicher Höhe beantragt. Gegen das Ehepaar soll ein Betrag von rund 362.000 Euro eingezogen werden, gegen den 56-Jährigen rund 350.000 Euro. Die Ermittlungen waren intensiv und führten schließlich zur Anklageerhebung. Für den Prozess sind bislang 19 Verhandlungstage bis zum 2. Juli geplant.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Kriminalität im Bereich des Kunst- und Kulturgutdiebstahls. Bronzestatuen sind aufgrund ihres Materialwerts und ihrer künstlerischen Bedeutung begehrte Ziele für Diebe. Die Behörden hoffen, mit dem Prozess ein Zeichen gegen diese Art von Straftaten zu setzen.



