Die Stadtwerke Bamberg haben einem Busfahrer fristlos gekündigt, der einem Fahrgast das Steuer eines Linienbusses überlassen hatte. Das Vertrauensverhältnis sei irreparabel zerstört, begründete das Unternehmen seinen Schritt. „Mit seinem Verhalten hat der Busfahrer nicht nur alle Kolleginnen und Kollegen in Misskredit gebracht, die tagtäglich einen guten Job machen. Auch das Image der Stadtwerke Bamberg wurde durch derartiges gedankenloses Verhalten stark beschädigt“, erklärte Geschäftsführer Michael Fiedeldey.
Vorfall am zentralen Omnibusbahnhof
Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des zentralen Omnibusbahnhofs in Bamberg. Der etwa 30-jährige Fahrer ließ einen Passagier auf den Fahrersitz des Stadtbusses, in dem sich auch andere Fahrgäste befanden. Als der improvisierte Fahrer abrupt bremste, verletzten sich zwei Insassen leicht; sie erlitten Prellungen, wie die Polizei mitteilte.
Heftige Konsequenzen für den Fahrer
Die nur knapp 100 Meter lange Fahrt hatte für den Busfahrer gravierende Folgen. Bereits während des Polizeieinsatzes am Freitagnachmittag wurde er vom Dienst freigestellt. Nun folgte die endgültige Entscheidung: „Der Arbeitsvertrag wird fristlos und außerordentlich gekündigt“, teilten die Stadtwerke mit. Auch der Betriebsrat unterstützt diese Maßnahme. Zusätzlich erhielt der Fahrer Hausverbot.
Das Unternehmen kündigte zudem weitere rechtliche Schritte gegen den Busfahrer und den Fahrgast an. Die Polizei ermittelt gegen beide: gegen den Passagier wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung, gegen den eigentlichen Busfahrer wegen Verstößen gegen das Straßenverkehrsgesetz und das Strafgesetzbuch.
Motiv weiter unklar
Warum die beiden den Platz tauschten, bleibt vorerst ungeklärt. „Das ist die spannende Frage, die wir alle nicht beantworten können“, sagte ein Unternehmenssprecher. Zwar habe es eine Anhörung durch die Personalabteilung gegeben, aber das Motiv sei weiterhin offen. „Wir wissen auch nicht, in welchem Verhältnis die zueinander standen, wie es konkret zu dieser Situation gekommen ist, ob sie sich verabredet haben oder was auch immer – alles Spekulation.“ Für die getroffenen Konsequenzen sei dies jedoch letztlich nicht relevant.



