Krefeld (NRW) – Viele Nutzer verkauften hier ihre gebrauchten Geräte – doch damit ist jetzt Schluss: Die bekannte Ankaufsplattform Cleverbuy hat überraschend den Betrieb eingestellt. Zuvor hatte es zahlreiche Beschwerden gegeben. Nun steht fest: Das Unternehmen ist insolvent.
Plattform nimmt nichts mehr an
Auf der Website werden Besucher aktuell mit einer deutlichen Mitteilung konfrontiert. Darin heißt es, dass die „Cleverbuy GmbH aus Rechtsgründen mit sofortiger Wirkung ihre gesamte Geschäftstätigkeit eingestellt“ hat. Einsendungen von Waren werden nicht mehr angenommen, auch ein Weiterverkauf findet nicht mehr statt. Kunden werden gebeten, keine Artikel mehr einzuschicken.
Hintergrund sind offenbar massive finanzielle Schwierigkeiten. Das Unternehmen erklärt selbst, dass ein Insolvenzantrag gestellt wurde. Wörtlich heißt es: „Wir sind darum bemüht, in Zusammenarbeit mit dem noch zu benennenden Insolvenzverwalter sachgerechte Lösungen zu finden, damit die Forderungen unserer Gläubiger weitestgehend befriedigt werden können.“
Übernahme geplatzt
Zuvor hatte es noch Hoffnung auf eine Rettung gegeben. Nach Angaben von Cleverbuy liefen Gespräche mit der DIS-CONNECT GmbH. Diese zeigte Interesse an der Marke sowie an „wesentlichen Teilen des Geschäftes auf solider finanzieller Grundlage“. Doch daraus wurde nichts: „Zum jetzigen Zeitpunkt sind diese Verhandlungen gescheitert“, teilte das Unternehmen mit.
Nun bleibt vorerst nur das Warten auf den weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens. Man hoffe weiterhin auf „sachgerechte Lösungen“ und bedanke sich für das Vertrauen der Kunden.
Gericht wusste zunächst nichts
Brisant: Laut „Westdeutsche Zeitung“ war beim Amtsgericht Krefeld, das für Insolvenzen zuständig ist, am 24. April 2026 noch kein entsprechender Antrag bekannt. Auch am 27. April gibt es bislang keine öffentliche Bekanntmachung.
Schon zuvor stand Cleverbuy stark in der Kritik. Zahlreiche Kunden beklagten ausbleibende Auszahlungen nach Verkäufen. Sogar die Verbraucherzentrale warnte vor dem Anbieter.
Seit Anfang der vergangenen Woche müssen sich deshalb der Geschäftsführer und eine Mitarbeiterin vor Gericht verantworten. Ihnen werden gewerbsmäßiger Betrug sowie Verstöße gegen Kennzeichenrechte vorgeworfen.
Cleverbuy quasi abgetaucht
Unklar ist, was jetzt mit noch offenen Auszahlungen an Kunden geschieht. Wie es den Anschein hat, müssen diese ebenfalls den Ausgang des Insolvenzverfahrens abwarten. Eine Kontaktmöglichkeit gibt es derzeit jedenfalls nicht mehr. Die Website zeigt lediglich den Hinweis an und ist ansonsten nicht nutzbar. Eine Kontaktadresse oder das Impressum sind auf diesem Wege nicht aufzufinden.
Googelt man „Cleverbuy Kontakt“, spuckt die Suchmaschine eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer aus. BILD hat versucht, dort anzurufen, und lediglich die automatische Durchsage zu hören bekommen, dass die Nummer nicht bekannt sei. Eine Anfrage an „info@cleverbuy.de“ blieb bislang unbeantwortet, doch immerhin gab es bislang auch keine Fehlermeldung zu einem gescheiterten Zustellversuch. Gut möglich, dass das E-Mail-Postfach grundsätzlich noch in Betrieb ist. Ob die Nachrichten gelesen werden, ist aber unbekannt.
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