Dramatischer CO2-Vorfall im Kurzentrum von Horn-Bad Meinberg
Im nordrhein-westfälischen Horn-Bad Meinberg hat ein gefährlicher Kohlendioxid-Austritt im Kurzentrum für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Aus einer natürlichen Austrittsstelle, einer sogenannten Mofette, strömte das Gas in hoher Konzentration aus und verletzte insgesamt fünf Personen, wie die Einsatzkräfte mitteilten.
Zwei Menschen bewusstlos – Ehemann rettet Ehefrau
Besonders dramatisch war die Situation für ein Ehepaar: Ein Mann fand seine Ehefrau, die als Reinigungskraft im Keller des Kurzentrums arbeitete, bewusstlos vor. Er schaffte es gerade noch, sie aus der Gefahrenzone zu bringen, wurde jedoch anschließend selbst ohnmächtig. Kohlendioxid verdrängt in hoher Konzentration den Sauerstoff in der Luft und kann so zum Ersticken führen.
Nach einer ersten medizinischen Behandlung waren beide Betroffenen im Rettungswagen wieder ansprechbar, berichtete ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Horn-Bad Meinberg. Das Ehepaar wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Drei weitere Personen erlitten leichte Verletzungen.
Natürliche CO2-Quelle unter der Kurstadt
Horn-Bad Meinberg liegt über einer besonderen geologischen Formation, die reich an Kohlendioxid ist. Im aktuellen Fall trat das Gas aus einer Mofette in der Nähe des Kurzentrums aus. Am Vortag hatten Wartungsarbeiten an dieser natürlichen Austrittsstelle stattgefunden, bei denen ein Deckel entfernt worden war.
Aus noch ungeklärter Ursache baute sich dann ein Druck auf, und das Kohlendioxid strömte durch eine schlammige Schicht aus dem Boden. „Das konnte man hören und man konnte es auch tatsächlich sehen“, schilderte der Feuerwehrsprecher das Geschehen. Weil CO2 schwerer als Luft ist, sammelte es sich anschließend im Keller des benachbarten Kurzentrums.
Großeinsatz mit Evakuierung und Absperrungen
Wegen der massiv erhöhten Kohlendioxid-Konzentration in der Umgebung wurde der historische Kurpark umgehend abgesperrt. Das Kurgastzentrum musste entlüftet werden, und in dem Park befindliche Praxen wurden vorsorglich evakuiert.
Noch am Abend des Vorfalls sollte eine Art Ventil auf die Mofette gesetzt werden, um das Gas kontrolliert abströmen zu lassen. „Die Arbeiten werden auf Weisung der Baufirma unter Atemschutz meistens von den Einsatzkräften vor Ort durchgeführt“, erklärte der Feuerwehrsprecher. Die Ursache für den plötzlichen Druckaufbau wird weiter untersucht.



