Drogen-Gummibärchen auf British-Airways-Flug: Crew vergiftet – Passagier gesucht
Ein scheinbar harmloses Dankeschön endete für drei Flugbegleiter der British Airways im Krankenhaus. Die Crewmitglieder hatten unwissentlich THC-haltige Gummibärchen gegessen, die ihnen ein Passagier auf einem Flug von London Heathrow nach Los Angeles geschenkt hatte.
Gutgläubige Annahme mit schwerwiegenden Folgen
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Flugbegleiter kleine Geschenke von Passagieren als Anerkennung für guten Service erhalten. In diesem Fall handelte es sich um eine Tüte mit Gummibärchen, die der unbekannte Fluggast der Crew überreichte. Nach der Landung in Los Angeles teilten sich einige Besatzungsmitglieder die Süßigkeiten im Shuttlebus zum Hotel. Drei von ihnen konsumierten den Großteil der Bärchen und begannen bald darauf, sich unwohl zu fühlen.
Extreme Symptome und Krankenhauseinweisung
Die betroffenen Flugbegleiter beschrieben später, dass die Gummibärchen bei ihnen eine sogenannte außerkörperliche Erfahrung auslösten – ein Zustand, bei dem Menschen das Gefühl haben, ihren eigenen Körper aus der Vogelperspektive zu betrachten. Solche Erfahrungen treten typischerweise in Grenzsituationen wie Nahtoderlebnissen, Schlaflähmungen oder nach dem Konsum psychoaktiver Substanzen auf.
Als sich die Symptome verschlimmerten, gerieten die drei Crewmitglieder in Panik und wurden umgehend in ein Krankenhaus in Los Angeles gebracht. Dort stellten die Ärzte fest, dass die Gummibärchen einen hohen Anteil des Cannabis-Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) enthielten.
Große Menge THC in den Süßigkeiten
Medienberichten zufolge befanden sich in der gesamten Tüte etwa 300 Milligramm THC – eine beträchtliche Menge, die bei unvorbereiteten Personen starke psychoaktive Reaktionen hervorrufen kann. Zum Vergleich: In vielen Ländern gelten bereits 10 Milligramm THC als Standarddosis für medizinische oder Freizeitzwecke.
Glücklicherweise haben sich alle drei betroffenen Flugbegleiter inzwischen wieder vollständig erholt. Aufgrund des Vorfalls musste jedoch ein Ersatzteam den Rückflug nach London übernehmen. Die erkrankten Mitarbeiter wurden einige Tage später mit einem separaten Flugzeug als Passagiere zurück nach Großbritannien gebracht.
Keine disziplinarischen Konsequenzen für die Crew
Die British Airways hat in einer Stellungnahme klargestellt, dass es keinerlei Anzeichen dafür gebe, dass die Besatzungsmitglieder wussten, was sie zu sich nahmen. Daher würden auch keine disziplinarischen Maßnahmen gegen sie eingeleitet. Die Fluggesellschaft betonte, dass die Crew in gutem Glauben gehandelt habe, als sie das Geschenk des Passagiers annahm.
Suche nach dem verantwortlichen Passagier
Derzeit versucht British Airways, den Passagier ausfindig zu machen, der die THC-haltigen Gummibärchen verteilt hat. Die Fluggesellschaft arbeitet dabei mit den Behörden zusammen, um den Vorfall vollständig aufzuklären. Es bleibt unklar, ob der Passagier die Crew absichtlich täuschen wollte oder selbst nicht über den Inhalt der Süßigkeiten informiert war.
Dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung der klassischen Sicherheitsregel: Nimm keine Süßigkeiten von Fremden an – eine Warnung, die normalerweise Kindern gegeben wird, aber offenbar auch für Erwachsene in bestimmten Situationen relevant sein kann.



