Dritter Widerspruch gegen Chemiefabrik neben Nestlé-Werk in Schwerin
Dritter Widerspruch gegen Chemiefabrik in Schwerin

Der Widerstand gegen ein Chemiewerk im Industriepark Schwerin ist größer als bislang bekannt. Gegen den Genehmigungsbescheid für die Vink Chemicals Produktionsgesellschaft mbH zur Errichtung und Betrieb einer Produktionsanlage für Biozide seien drei Widersprüche eingegangen, teilte die Amtsleitung des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg auf Anfrage unserer Zeitung mit. Diese seien noch nicht beschieden, in einem Fall laufe noch eine Akteneinsicht.

Nestlé und BUND hatten bereits Widerspruch eingelegt

Vink Chemicals erhielt Mitte Oktober 2025 die Genehmigung für den Bau eines Werks im Schweriner Industriegebiet Göhrener Tannen direkt neben dem modernsten Produktionsstandort für Nescafé-Kapseln in Europa und mehreren weiteren Industriebetrieben. An dem Standort werden damit wohl bald über 50.000 Tonnen Chemikalien im Jahr produziert. Neben dem Lebensmittelgiganten Nestlé hatte auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Widerspruch gegen die Betriebsgenehmigung für die Chemiefabrik eingelegt. Wer den dritten Widerspruch einreichte, ist bislang nicht öffentlich geworden.

Kritik von BUND und Nestlé

Der BUND kritisiert unter anderem fehlende Untersuchungen zur Abwassereinleitung und eine unvollständige Umweltverträglichkeitsprüfung, während Nestlé Gefahren für sein benachbartes Werk und dessen Mitarbeiter befürchtet. Der Bau des Chemiewerks hatte mit behördlicher Erlaubnis bereits vor der eigentlichen Genehmigung begonnen.

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Investition von 33 Millionen Euro für 45 Jobs

Wie geht es jetzt weiter: Im Verlauf der vorliegenden Widerspruchsverfahren entscheidet das Stalu Westmecklenburg nach eigenen Angaben erneut über die Rechtmäßigkeit der ursprünglichen Genehmigung. In das Schweriner Werk, das als erste Chemiefabrik der Landeshauptstadt gilt, will das Unternehmen mit Sitz bei Hamburg 33 Millionen Euro investieren, 7 Millionen Euro davon sind Fördergelder des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Firmenangaben zufolge entstehen 45 Arbeitsplätze. Vorgesehen ist, Aktivsubstanzen zur Konservierung von technischen Produkten zu synthetisieren und deren Mischungen herzustellen.

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