Eggenfelden: Erneut widerliches Nazi-Konstrukt vor Finanzamt aufgetaucht
Eggenfelden: Zweites Nazi-Konstrukt vor Finanzamt

Eggenfelden: Zweites widerliches Nazi-Konstrukt vor Finanzamt entdeckt

Nur drei Wochen nach dem ersten schockierenden Vorfall ist in Eggenfelden erneut ein widerliches Nazi-Konstrukt aufgetaucht. Am Montagmorgen, dem 13. April 2026, entdeckte ein Hausmeister um 5:45 Uhr vor dem Servicezentrum des Finanzamtes an der Pfarrkirchener Straße eine über einen Meter hohe Konstruktion, die einen Ofen darstellen sollte.

Grausame Symbolik mit historischem Bezug

Das schwarz lackierte Gebilde war mit einem Hakenkreuz und SS-Runen versehen. Daneben befand sich die Aufschrift „Zyklon B“ – ein Hinweis auf das Schädlingsbekämpfungsmittel, das von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz als Giftgas für den Massenmord an Jüdinnen und Juden missbraucht wurde. Auf der Konstruktion steckte zudem eine brennende Kerze, was die makabre Inszenierung noch verstärkte.

Polizeikommissarin Lisa Gibis bestätigte gegenüber Medien: „Das Gestell damals sah anders aus, dennoch kann man sich schon einen Bezug dazu vorstellen.“ Der Hausmeister deckte den Gegenstand sofort mit einer Plane ab und informierte die Polizei, die das Objekt sicherstellte.

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Bereits zweiter Vorfall am selben Ort

Bereits vor drei Wochen hatten Unbekannte vor demselben Finanzamt eine detailgetreue Nachbildung des KZ-Tors von Auschwitz platziert, die mit zahlreichen Hakenkreuzen versehen war. Dieses Tor befindet sich derzeit zur Spurensicherung bei der Kriminalpolizeiinspektion Passau.

Eine Sprecherin der Polizei in Straubing erklärte zu den laufenden Ermittlungen: „Ich kann Ihnen mitteilen, dass die Ermittlungen durch die Kriminalpolizeiinspektion Passau hier noch andauern. Ich hoffe auf Ihr Verständnis, dass ich aus ermittlungstaktischen Gründen deshalb noch keine weiteren Informationen herausgeben kann.“

Bürgermeister entsetzt über die Vorfälle

Eggenfeldens Bürgermeister Martin Biber (47) zeigte sich tief erschüttert von den Ereignissen. „Das erschüttert mich. Es ist auch eine große Enttäuschung, dass hier jemand so feige ist. Ganz abgesehen davon, dass ein Gegenstand, der vermutlich an einen Verbrennungsofen erinnern soll, eine grässliche Aktion darstellt“, sagte der Bürgermeister.

Biber betonte, dass Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn eine hohe Dichte an Migrantinnen und Migranten habe, diese aber gut integriert seien und beste Kontakte zu Kulturvereinen bestünden. „Dass so etwas in unserer Stadt passiert, tut weh. Ich hoffe, dass es sich um einen fehlgeleiteten Einzeltäter handelt und nicht etwa um eine Gruppe.“ Im Ort gebe es keine „spürbare rechte Szene“ und auch keine Hinweise auf Querulanten.

Polizei ermittelt mit Staatsschutz

Die Tatsache, dass beide Vorfälle am selben Tatort – dem Finanzamt Eggenfelden – stattfanden, lässt Ermittler vermuten, dass der Täter oder die Täter einen spezifischen Bezug zu dieser Behörde haben könnten. Wie bereits im ersten Fall ermittelt die Polizei wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Finanzbehörden zeigten sich ebenfalls bestürzt über die wiederholten Vorfälle vor ihrem Servicezentrum. Die Sicherheitsmaßnahmen im Bereich des Finanzamtes wurden nach den Vorkommnissen verstärkt, um weitere derartige Aktionen zu verhindern.

Die Bevölkerung von Eggenfelden reagierte mit Unverständnis und Empörung auf die erneute Provokation. Lokale Initiativen planen Mahnwachen und Aufklärungsveranstaltungen, um ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und Geschichtsverfälschung zu setzen.

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