Europa-Park-Prozess: Eltern erheben schwere Vorwürfe nach Missbrauch von Sechsjähriger
Im Landgericht Freiburg wird derzeit ein Fall verhandelt, der bundesweit für Entsetzen sorgte: Die Eltern einer sechsjährigen Tochter erheben schwere Vorwürfe gegen den Europa-Park in Rust (Baden-Württemberg). Das Mädchen war im Sommer 2025 aus dem Erlebnisbad Rulantica verschwunden und später verletzt sowie halb nackt in einem Wald gefunden worden – missbraucht von einem 31-jährigen Rumänen.
Vermisstenmeldungen blieben ohne Reaktion
Der Anwalt der Eltern schilderte vor Gericht, dass die Eltern ihre Tochter an jenem Augustabend mehrfach als vermisst gemeldet hätten. Dennoch seien keine Durchsagen veranlasst, keine Videoaufnahmen gesichtet und keine Security alarmiert worden. Auch der Ausgang des Freizeitbades Rulantica sei nicht informiert worden. Diese Versäumnisse hätten es dem mutmaßlichen Täter ermöglicht, das Gelände unbemerkt mit dem Kind zu verlassen.
„Hätte das Personal seine Pflichten nicht verletzt, wäre es möglicherweise gar nicht erst zu der Tat gekommen“, erklärte der Anwalt am Rande des Prozesses. Der Europa-Park teilte auf Anfrage lediglich mit, man äußere sich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren.
Rumäne gesteht Missbrauch und zeigt Reue
Der angeklagte 31-jährige Rumäne Adrian V. hat die Tat im Prozess eingeräumt. Er gab zu, das Mädchen aus dem Erlebnisbad gelockt und später sexuell missbraucht zu haben. „Ich bereue sehr, dass das geschehen ist. Ich kann mir auch nicht erklären, wie es dazu kommen konnte“, ließ er über seinen Verteidiger erklären.
Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht hatten sich zuvor auf einen Strafrahmen verständigt. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters ist nun eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und neun Monaten sowie maximal vier Jahren und neun Monaten wahrscheinlich. Zum Schutz des Kindes durften die Eltern vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen.
Traumatisiertes Mädchen leidet noch heute
Nach Angaben des Nebenklagevertreters leidet das entführte Mädchen sehr unter dem Geschehen. Es sei bis heute traumatisiert. Der Fall hatte im Sommer 2025 bundesweit für Entsetzen gesorgt, als das Mädchen Stunden nach seinem Verschwinden mehrere Kilometer vom Europa-Park entfernt gefunden wurde – verletzt und nur mit Bikini und Badeschlappen bekleidet.
Später wurde bekannt, dass der Rumäne das missbrauchte Mädchen sogar aufgefordert hatte, Kokain zu nehmen. Das Kind weigerte sich und ließ das Pulver zu Boden fallen. Nach dem Vorfall hatte der Europa-Park angekündigt, seine Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen.
Das Gericht will sein Urteil am 2. März verkünden. Die Eltern hoffen auf Gerechtigkeit und darauf, dass solche Vorfälle in Zukunft durch bessere Sicherheitsvorkehrungen verhindert werden können.



