Fahndung bei Aktenzeichen XY: 54 Millionen Euro Steuerschaden durch illegale Zigarettenfabrik
Fahndung: 54 Mio. Euro Steuerschaden durch Zigarettenfabrik

Fahndung bei Aktenzeichen XY: 54 Millionen Euro Steuerschaden durch illegale Zigarettenfabrik

Ein schwerer Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Deutschland: Im März 2025 führten Europol und der Zoll eine großangelegte Razzia an 14 Adressen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durch. Dabei wurde in Düsseldorf eine hochprofessionelle illegale Zigarettenfabrik ausgehoben und zwölf Personen festgenommen. Doch ein mutmaßlicher Drahtzieher konnte entkommen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und das Zollfahndungsamt Essen fahnden nun intensiv nach dem Mann und bringen den spektakulären Fall auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ zur Sprache.

Professionelle Produktionsstätte für Hunderttausende Zigaretten

Die Ermittlungen gegen die kriminelle Vereinigung liefen bereits rund ein Jahr, bevor die Beamten in Düsseldorf-Lierenfeld zuschlugen. In einer von außen unscheinbar wirkenden Lagerhalle entdeckten sie eine vollständig eingerichtete Produktionsanlage. Neben großen Mengen Tabak und zehntausenden fertigen Zigaretten fanden die Fahnder eine Trocknungsmaschine, eine komplette Produktionsstraße und eine Verpackungsanlage. Viele der fertigen Schachteln waren auf Englisch bedruckt, was auf einen internationalen Vertrieb hindeutet. Sogar Unterkünfte für die Mitarbeiter waren in der Halle eingerichtet worden.

Zoll-Sprecherin Heike Sennewald betonte nach der Razzia die Professionalität der Operation: „Dahinter steckt das organisierte Verbrechen. Für einen solchen Betrieb sind hohe Investitionen notwendig. Man benötigt eine Schattenfirma, eine ausgeklügelte Logistik und ein Vertriebsnetz. Das Material muss beschafft und angeliefert werden.“ Die illegal produzierten Zigaretten wurden sowohl im Inland als auch im Ausland abgesetzt und verursachten einen Steuerschaden von mehr als 54 Millionen Euro.

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Gesuchter Drahtzieher leitete Logistik und Tabakverarbeitung

Nach dem flüchtigen Ihor Libych wird nun mit Hochdruck gesucht. Der 37-jährige Ukrainer soll laut Anschuldigung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wesentliche Teile der Logistik und die gesamte Tabakverarbeitung der illegalen Fabrik geleitet haben. Libych ist 1,90 Meter groß, kräftig gebaut und hatte zuletzt kurze dunkle Haare sowie einen Bart. Die Behörden warnen ausdrücklich: „Er könnte gefährlich und bewaffnet sein!“

Möglicherweise hält sich der Gesuchte im Raum Aachen oder im europäischen Ausland auf. Beim Landgericht Düsseldorf laufen derzeit zwei Prozesse gegen Mitarbeiter der Fabrik, von denen acht bereits Geständnisse abgelegt haben. Die Ermittler hoffen nun auf Zeugenhinweise, die zur Ergreifung von Libych führen könnten.

Öffentliche Fahndung und Zeugenaufruf

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und das Zollfahndungsamt Essen rufen die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Wer Ihor Libych gesehen hat, Kontakt zu ihm hatte oder Informationen über seinen aktuellen Aufenthaltsort besitzt, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 201 / 10282322 zu melden. Weitere Details zu dem Fall werden am Mittwochabend ab 20.15 Uhr in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ präsentiert.

Diese großangelegte Fahndungsaktion unterstreicht die Entschlossenheit der Behörden, gegen die organisierte Kriminalität im Bereich der illegalen Tabakproduktion vorzugehen. Der enorme Steuerschaden von über 54 Millionen Euro zeigt das finanzielle Ausmaß dieser kriminellen Aktivitäten, die nicht nur den Staatshaushalt belasten, sondern auch die legale Wirtschaft beeinträchtigen.

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