Großeinsatz an der Tollense: Gemeldeter Leichenfund entpuppt sich als Tierkadaver
Ein aufmerksamer Bürger hat am Mittwochnachmittag bei Neubrandenburg für einen bemerkenswerten Polizei- und Rettungseinsatz gesorgt. Gegen 16:15 Uhr meldete der Mann über den Notruf, dass er im Fluss Tollense auf Höhe der Ortschaft Neddemin eine Person im Wasser treiben sehe. Der Zeuge beschrieb detailliert, was er beobachtet hatte: eine deutlich erkennbare Körperform sowie sichtbare Haare, die an der Wasseroberfläche trieben.
Sofortige Alarmierung der Einsatzkräfte
Da in solchen Situationen jede Minute über Leben und Tod entscheiden kann, leiteten die Polizeibeamten umgehend alle notwendigen Maßnahmen ein. Mehrere Streifenwagen sowie Rettungskräfte machten sich sofort auf den Weg zum angegebenen Ort. Die Einsatzkräfte waren auf einen möglichen dramatischen Fund vorbereitet und bereiteten sich auf eine Bergungsaktion vor.
Doch als die Polizisten und Rettungssanitäter an der Tollense eintrafen, bot sich ihnen ein überraschend anderes Bild. Bei näherer Untersuchung des im Wasser treibenden Objekts stellte sich heraus, dass es sich nicht um einen menschlichen Körper handelte. Stattdessen entdeckten die Fachkräfte einen Tierkadaver, der im Fluss trieb.
Auflösung des Rätsels: Eine tote Bache
Nach der Bergung des Kadavers aus dem Wasser konnte die Identität des Tieres zweifelsfrei festgestellt werden. Es handelte sich um eine tote Bache - also ein weibliches Wildschwein. Die vom Zeugen beschriebenen „Haare“ erwiesen sich bei genauer Betrachtung als das charakteristische borstige Fell des Wildschweins, das im Wasser aufgerichtet war und so den Eindruck menschlicher Haare erwecken konnte.
Die Rettungsleitstelle wurde umgehend über den wahren Charakter des Fundes informiert. Über den zuständigen Entsorgungsbetrieb wurde anschließend die fachgerechte Beseitigung des Tierkadavers veranlasst. Für die Einsatzkräfte bedeutete dies zwar einen unnötigen Alarm, doch sie zeigten sich erleichtert, dass kein menschliches Leben in Gefahr gewesen war.
Bürgerwachsamkeit wird dennoch begrüßt
Trotz des falschen Alarms betonten die Behörden, dass die Wachsamkeit des Bürgers grundsätzlich zu begrüßen sei. „In solchen Situationen ist es immer besser, einmal zu viel als einmal zu wenig Alarm zu schlagen“, erklärte ein Polizeisprecher nach dem Einsatz. Der Zeuge habe korrekt gehandelt, indem er seinen Verdacht umgehend meldete, auch wenn sich dieser am Ende als unbegründet herausstellte.
Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie schwierig es sein kann, aus der Ferne und unter ungünstigen Sichtverhältnissen Objekte im Wasser korrekt zu identifizieren. Die Polizei dankte dem aufmerksamen Bürger für seine Meldung und betonte, dass in Zukunft weiterhin alle verdächtigen Beobachtungen gemeldet werden sollten.



