Familie des Wollhaus-Rasers greift Polizisten bei Luxusauto-Beschlagnahme an
Familie des Wollhaus-Rasers greift Polizisten an

Familie des Wollhaus-Rasers greift Polizisten bei Luxusauto-Beschlagnahme an

Drei Jahre nach der tödlichen Raser-Fahrt von Yasin H. (23) sorgt seine Familie in Heilbronn erneut für Schlagzeilen. H. war als „Wollhaus-Raser“ bekannt geworden, nachdem er in der Wollhausstraße einen Menschen totgefahren hatte. Dafür verbüßt er aktuell eine neunjährige Jugendstrafe. Doch jetzt gerieten seine Angehörigen ins Visier der Polizei und schreckten dabei auch vor Gewalt gegen Beamte nicht zurück.

Polizei stellt Luxuswagen in Heilbronn sicher

Am Freitagmorgen rückten Polizisten zu den Wohnungen aus dem Umfeld der Familie des verurteilten Mörders aus. Ihr Auftrag: zwei Luxusautos sicherstellen. Bei einem 25-Jährigen sollten die Beamten einen Mercedes-Benz GLE 400 D 4MATIC mit 330 PS mitnehmen. Beim 28-jährigen Cousin ging es um einen grauen Mercedes-Benz AMG CLS 53 4MATIC mit 435 PS.

Die Männer mussten ihre Protz-Karren abgeben, weil mit ihnen seit Monaten immer wieder Verkehrsverstöße begangen worden sein sollen. Laut Polizei wurde gerast, genötigt und zu dicht aufgefahren. Die Liste der Vorwürfe ist lang.

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Doch freiwillig wollten sie ihre Autos nicht herausrücken. „Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen kam es zu Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen aus dem familiären Umfeld der Betroffenen gegen die eingesetzten Polizeibeamten. Zwei Polizeibeamte wurden hierbei leicht verletzt“, sagte ein Polizeisprecher. Zwei Männer wurden festgenommen. Bei dem 28-Jährigen handelt es sich laut Polizei um den Cousin des „Wollhaus-Rasers“. Der 28-Jährige hatte bereits im Oktober 2025 einen Mercedes-Benz CLS 500 4MATIC mit 408 PS abgeben müssen.

Der Fall „Wollhaus-Raser“

Im Februar 2023 raste Yasin H. mit 108 Kilometern pro Stunde in seinem BMW 640d durch die Wollhausstraße in der Innenstadt von Heilbronn. Erlaubt waren dort 40 km/h. Eine Fußgängerin auf dem Zebrastreifen entging dem Tod gerade noch durch einen Sprint. Doch danach kam es zur Katastrophe.

Als Mercedes-Fahrer Gezim S. (42) aus dem Hof ausparken wollte, krachte der 315 PS starke BMW des Angeklagten in sein Auto. Die beiden Kinder von Gezim S. wurden leicht verletzt, seine Frau schwer. Der Familienvater starb noch am Unfallort. Yasin H. und seine Beifahrerin (19) kamen mit ein paar Kratzern davon.

Das Landgericht Heilbronn verurteilte den Raser wegen Mordes. Weil Jugendstrafrecht zur Anwendung kam, wanderte Yasin H. nicht lebenslang, sondern nur für neun Jahre hinter Gitter.

Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass die Familie des Wollhaus-Rasers weiterhin im Fokus der Behörden steht. Die Beschlagnahme der Luxusfahrzeuge unterstreicht die anhaltenden Probleme mit Verkehrsverstößen in diesem Umfeld. Die Gewalt gegen Polizeibeamte bei der Durchsetzung der Maßnahmen wirft zudem Fragen nach dem Respekt vor staatlichen Institutionen auf. Dieser Vorfall verdeutlicht, wie tiefgreifend die Folgen des ursprünglichen Raser-Unfalls für die betroffene Familie und die Gemeinschaft in Heilbronn sind.

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