Das 317. tschechische Fußball-Derby zwischen Slavia Prag und Sparta Prag endete in einem Skandal. In der siebten Minute der Nachspielzeit, beim Stand von 3:2 für Slavia, stürmten zahlreiche Anhänger der Heimmannschaft den Platz. Sie warfen Pyrotechnik vom Rasen auf die Ränge und griffen gegnerische Spieler an, wie der Verband bestätigte. Die Partie wurde daraufhin abgebrochen.
Slavia-Präsident spricht von Schande
Slavia-Präsident Jaroslav Tvrdík zeigte sich entsetzt: „Drei, vier Minuten trennten uns von den Meisterfeierlichkeiten, ich glaube, die Spieler hätten das geschafft. Stattdessen ist es wohl die größte Schande, die ich in elf Jahren im Verein erlebt habe.“ Er kündigte an, dass der Verein keine mildernden Umstände geltend machen werde. „Unsere Fans stürmten den Platz und unterbrachen das Spiel vor dessen Ende. Der Gegner meldete einen Angriff auf ein oder zwei Spieler. Ich denke, es war gerechtfertigt, dass das Spiel abgebrochen wurde“, so Tvrdík. Er fügte hinzu: „Als ich mit unseren Spielern sprach, sagten sie mir, dass wir in einer ähnlichen Situation genauso gehandelt hätten. Wir können uns nur entschuldigen.“
Disziplinarkommission entscheidet über Wertung
Der Fall liegt nun bei der Disziplinarkommission der Liga. Es wird erwartet, dass das Spiel zu Ungunsten von Slavia gewertet wird, was den vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft verhindert. Vor dem Abbruch hatte Slavia zwei Rückstände wettgemacht und in der 59. und 92. Minute zwei Platzverweise kassiert – ehe der Platzsturm begann.
Ligaverband verurteilt Vorfall scharf
Der Ligaverband verurteilte das Verhalten der Fans als völlig inakzeptabel. In einer Stellungnahme hieß es: „Körperliche Angriffe auf Spieler, Mitglieder der Trainerstäbe oder andere am Spiel beteiligte Personen stellen eine Überschreitung einer Grenze dar, von der wir überzeugt waren, dass sie im tschechischen Profifußball nicht vorkommen kann.“ Ein solches Verhalten werde unter keinen Umständen toleriert und schade dem gesamten tschechischen Fußball. „Weder eine emotional aufgeladene Atmosphäre noch sportliche Rivalität können jemals als Entschuldigung für ein solches Verhalten dienen.“



