Femizid in Schleswig-Holstein: 48-Jährige kurz vor Scheidung mit zehn Messerstichen getötet
Femizid: 48-Jährige kurz vor Scheidung mit Messerstichen getötet

Femizid in Süderbrarup: 48-Jährige kurz vor Scheidung brutal erstochen

Ein tragischer Femizid erschüttert die Gemeinde Süderbrarup in Schleswig-Holstein. Mine C. (48) wurde am 1. Dezember 2025 in der Wohnung ihres Noch-Ehemanns mit zehn Messerstichen getötet, nur wenige Wochen bevor die Scheidung des Paares vollzogen werden sollte. Die Polizei nahm den 52-jährigen Gaze C. noch am Tatort unter dringendem Tatverdacht fest, nachdem Nachbarn die verzweifelten Schreie der Frau gehört und sofort die Einsatzkräfte alarmiert hatten.

Eine lebensfrohe Frau, die nur ihre Freiheit wollte

Die Schwester der Opferin, Fatma B. (47), beschreibt Mine C. gegenüber Medien als eine lebensfrohe und positive Person. „Sie wollte nie das Schlechte in Menschen sehen“, erklärt Fatma B. mit bewegter Stimme. „Sie war neugierig auf das Leben, ging gerne tanzen und wollte endlich ihre Freiheit genießen.“ Die 48-Jährige hatte sich nach Jahren einer schwierigen Ehe von ihrem Mann getrennt und übernahm sogar den gemeinsamen Döner-Imbiss in Kappeln an der Schlei, wofür sie ihm regelmäßig Pacht zahlte.

Die Vorgeschichte einer gescheiterten Beziehung

Das Paar hatte sich vor Jahren in Lübeck kennengelernt, wo sie von einer gemeinsamen Freundin zusammengebracht wurden. Während Mine C. zuvor bereits einmal verheiratet gewesen war und eine heute 26-jährige Tochter in die Ehe brachte, brachte Gaze C. vier Kinder aus früheren Beziehungen mit. Mit der Zeit entfremdete sich die Beziehung jedoch zunehmend, insbesondere als Mine C. ein Restaurant in der Türkei betrieb und häufig abwesend war. Auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland konnte die Ehe nicht mehr gerettet werden.

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Fatma B. wirft dem mutmaßlichen Täter vor, ihre Schwester stets ausgenutzt zu haben: „Er hat sie immer nur ausgenutzt, sie hat gearbeitet und er hat auf ihre Kosten gelebt. Wir glauben, dass er aus Gier nach Geld gehandelt hat.“ Der tödliche Angriff soll erneut im Zusammenhang mit finanziellen Streitigkeiten um die Pachtzahlungen für den Imbiss gestanden haben.

Festnahme und Ermittlungen

Bei der Festnahme von Gaze C. fand die Polizei ein Messer, das als mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt wurde. Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt bestätigte, dass der Beschuldigte sich weiterhin in Untersuchungshaft befindet und der dringende Tatverdacht fortbesteht. Der Anwalt des Tatverdächtigen, Adnan Aykac, kommentierte die Tat als „das dramatische Ende einer verhängnisvollen und gescheiterten Beziehung“.

Appell gegen häusliche Gewalt

Fatma B. kämpft nun für eine harte Bestrafung des mutmaßlichen Mörders und erinnert an die vielen Opfer häuslicher Gewalt. „Keine Frau darf unter Gewalt leiden. Meine Schwester und die vielen anderen Opfer dürfen nicht vergessen werden“, appelliert sie eindringlich. Der Gewalt-Experte Carsten Stahl (53), der der Familie beisteht, ordnet die Tat ein: „Gewalt gegen Frauen gibt vielen Männern ein Gefühl von Macht. Oft lernen sie schon in der Kindheit in ihrer Erziehung ein vollkommen falsches Rollenbild der Frau. Das lässt sich im Erwachsenenalter nur ganz schwer wieder korrigieren.“

Mine C. wurde in der Türkei beerdigt, während der Imbiss in Kappeln mittlerweile geschlossen ist. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Polizei dauern an, während die Familie und Freunde der Opferin um Gerechtigkeit und ein Ende der Gewalt gegen Frauen kämpfen.

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