Leipzig – Die Feuerwehr hat das beherzte Eingreifen von Passanten und Augenzeugen während der Amokfahrt in Leipzig ausdrücklich gelobt. Noch bevor die Rettungskräfte eintrafen, seien alle Verletzten von freiwilligen Helfern versorgt gewesen, erklärte Branddirektor Axel Schuh in der MDR-Sendung „Fakt ist!“.
Spontane Hilfe vor Ort
„Wir kamen ja quasi wenige Minuten nach dem Ereignis an die Einsatzstelle und es gab keinen Patienten, der unversorgt war. Bei jedem Menschen, egal wie schwer verletzt, waren Menschen und haben den betreut“, so Schuh. Unter den Helfern befanden sich sowohl medizinisches Fachpersonal wie zufällig vorbeikommende Ärzte und ein Medizinstudent als auch Laienhelfer. „Das war ein Stück weit phänomenal“, betonte der Branddirektor. Eine „Gaffer-Mentalität“ sei bei den Einsatzkräften in Leipzig nicht festgestellt worden.
Der Vorfall im Überblick
Am Montagnachmittag war ein 33-jähriger Deutscher mit seinem Wagen in die Leipziger Fußgängerzone gefahren und hatte mehrere Menschen erfasst. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann kamen ums Leben, sechs Personen im Alter von 21 bis 87 Jahren wurden verletzt, darunter ein 75-Jähriger und eine 84-Jährige schwer. Die Polizei gab an, dass nach der Tat mehr als 80 Menschen psychologisch betreut werden mussten.
Ermittlungen und rechtliche Einordnung
Der Tatverdächtige wurde auf Anordnung eines Ermittlungsrichters in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Nach bisherigen Erkenntnissen handelte der 33-Jährige „im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit“. Er steht unter dringendem Tatverdacht des zweifachen Mordes sowie des versuchten Mordes in vier Fällen.
Zivilcourage der Passanten
In der Sendung schilderte ein Augenzeuge auch den Versuch, den Amokfahrer zu stoppen. Nachdem das Fahrzeug zum Stillstand gekommen war, umstellten mehrere Passanten den Wagen und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei besetzt, was die Ermittler bestätigten. Die Feuerwehr lobte ausdrücklich die schnelle und entschlossene Hilfe der Bürger, die in dieser schwierigen Situation keine Sekunde gezögert hätten.



