Führerschein-Betrug vor Gericht: Doppelgänger legte Prüfungen für zahlende Kandidaten ab
Führerschein-Betrug: Doppelgänger machte Prüfungen für andere

Führerschein-Doppelgänger vor Gericht: 12.000 Euro für Prüfungsbetrug kassiert

In einem außergewöhnlichen Betrugsfall steht der 31-jährige Raman A. mit doppelter Staatsbürgerschaft seit Mittwoch vor dem Landgericht Heilbronn. Der gebürtige Syrer, der 2014 nach Deutschland kam, soll als Teil einer kriminellen Bande über Monate hinweg theoretische Führerscheinprüfungen für zahlungswillige, aber chancenlose Kandidaten abgelegt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gewerbsmäßige Fälschung beweiserheblicher Daten in mindestens 31 Fällen zwischen Februar 2024 und Juni 2025 vor.

Systematischer Prüfungsbetrug mit geheimen Treffen

Laut Anklage agierte Raman A. entweder selbst als Doppelgänger oder organisierte gegen Provision weitere Stellvertreter für die Prüfungen. Bei verdeckten Treffen sollen die Personalausweise der eigentlichen Prüflinge an die Doppelgänger übergeben worden sein. Für jede selbst abgelegte Prüfung soll A. bis zu 1.000 Euro erhalten haben, für die Vermittlung anderer Doppelgänger jeweils 200 Euro. Insgesamt beläuft sich der mutmaßliche Gewinn auf rund 12.000 Euro. Kandidaten, die trotz des Einsatzes von Doppelgängern durchfielen, gingen dabei leer aus.

Geständnis und mögliche Strafe

Im Gerichtssaal, wohin Raman A. in Handschellen geführt wurde, legte der Angeklagte ein vollumfängliches Geständnis ab. Seine Co-Verteidigerin betonte: „Er hat in der Haft genug Zeit gehabt, um alles zu reflektieren. Die Trennung von Ehefrau und Kind hat ihn geläutert.“ Die Staatsanwaltschaft hält an ihrer Forderung von fünf Jahren Freiheitsstrafe fest. Ein Urteil könnte bereits am 31. März verkündet werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wie der Betrug aufflog

Der Betrug flog auf, als ein aufmerksamer TÜV-Prüfer bei der letzten von Raman A. abgelegten Prüfung misstrauisch wurde und die Polizei alarmierte. „Der Mann ist mir schon öfter aufgefallen“, gab der Prüfer als Begründung an. Raman A. versuchte sich damals mit der Aussage zu rechtfertigen, er habe den Test für einen Freund machen wollen, der wegen beruflicher Verpflichtungen nicht erscheinen konnte. Diese Erklärung überzeugte die Ermittler nicht.

Großrazzia und weitere Verfahren

Wenig später folgte eine großangelegte Razzia mit 130 Einsatzkräften, bei der Büros und Wohnungen des Chefs einer Heilbronner Fahrschule sowie mutmaßlicher Komplizen durchsucht wurden. Unklar bleibt bisher, wie viele Führerscheine nachträglich für ungültig erklärt oder beschlagnahmt werden mussten. In einem parallelen Verfahren muss das Gericht noch über die Zulassung der Anklage gegen fünf weitere mutmaßliche Bandenmitglieder entscheiden.

Der Fall zeigt die systematischen Schwachstellen im Führerscheinprüfungssystem auf und wirft Fragen nach der Sicherheit der Identitätskontrollen bei theoretischen Prüfungen auf. Die Heilbronner Justizbehörden betonen die Bedeutung des Verfahrens als abschreckendes Beispiel für organisierte Prüfungsmanipulation.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration