Berliner Senat setzt Nachtschließung des Görlitzer Parks durch
Der Berliner Senat hält an seinem umstrittenen Plan fest: Ab dem 1. März 2026 werden die Eingänge des Görlitzer Parks in Kreuzberg während der Nachtstunden geschlossen. Diese Entscheidung, die bereits seit mehreren Jahren angekündigt wurde, soll nun tatsächlich umgesetzt werden. Eine Sprecherin der Senatsumweltverwaltung bestätigte, dass der Termin eingehalten wird und man den Start am 1. März anpeilt.
Technische Umsetzung und Sicherheitsmaßnahmen
Bis zum Stichtag sollen alle verbleibenden Lücken im Zaun sowie im Bereich der Eingangstore beseitigt sein. Die neu installierten, schwenkbaren Tore an den zahlreichen Parkzugängen werden je nach Jahreszeit ab 22.00 oder 23.00 Uhr verschlossen. Allerdings bleiben Drehkreuze in eine Richtung geöffnet, um Besuchern das Verlassen des Parks zu ermöglichen. Für das Ab- und Aufschließen sowie für Kontrollen am und im Park sind Wachleute privater Sicherheitsfirmen verantwortlich.
Die Kosten für diesen Wachdienst belaufen sich laut einer Senatsantwort auf eine Anfrage der Linken auf 800.000 Euro pro Jahr. Interessanterweise beginnt die entsprechende Ausschreibung für den Dienst erst ab Mai, was laut Senat jedoch keinen Einfluss auf die Schließung der Eingänge hat. Diese zeitliche Diskrepanz wirft Fragen zur nahtlosen Umsetzung auf.
Ziel: Bekämpfung von Kriminalität
Hintergrund der Maßnahme ist der Wunsch von Senat und Polizei, die Drogen- und Gewaltkriminalität im Park zurückzudrängen. Die Polizei argumentiert, dass die Verfolgung von Dealern und die Unterbindung des Drogenhandels deutlich erleichtert werden, wenn der Park nachts nicht mehr als Versteck dienen kann. „Die Schließung ist ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Sicherheit“, so ein Polizeisprecher.
Widerstand und Proteste
Gegen die nächtliche Schließung formiert sich jedoch weiterhin erheblicher Widerstand. Verschiedene Initiativen haben im Internet erneut Proteste, Widerstand und rechtliche Schritte angekündigt. In einer Stellungnahme heißt es: „Mit vielseitigen und ungehorsamen Protesten ist zu rechnen.“ In den vergangenen Monaten kam es bereits zu Beschädigungen an Drehkreuzen und Zäunen, was die angespannte Situation verdeutlicht.
Die Entscheidung zur Nachtschließung wurde bereits 2023 vom Senat getroffen, verzögerte sich jedoch mehrfach. Unter anderem leistete der von den Grünen geführte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Widerstand, und eine gerichtliche Entscheidung steht noch aus. Trotz dieser Hindernisse beharrt der Senat auf der Umsetzung, was die politischen Spannungen in der Hauptstadt weiter verschärft.
Insgesamt markiert die Schließung einen bedeutenden Einschnitt für den Görlitzer Park, der nicht nur als Grünfläche, sondern auch als Symbol für städtische Konflikte dient. Die Entwicklung wird von Bürgern, Politikern und Aktivisten gleichermaßen aufmerksam verfolgt.



