Görlitzer Park: Polizeigewerkschaft warnt vor Konflikten nach nächtlicher Schließung
Nach der umstrittenen Entscheidung, den Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg ab Sonntagabend nachts zu schließen, rechnet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit erheblichen Konflikten. Die GdP kritisiert, dass ein privater Wachdienst die Probleme nicht lösen könne, und befürchtet, dass letztlich Polizisten für Verstöße nach der Schließung um 22.00 Uhr zuständig sein müssten.
Proteste und Demonstrationen angekündigt
Bereits am ersten Abend der Schließung, dem Sonntagabend, drohen erste Auseinandersetzungen. Initiativen wie das Bündnis Görli 24/7 haben eine Demonstration mit Reden und einem Konzert sowie Proteste an den Parkeingängen angekündigt. In einem Aufruf heißt es, man wolle „gemeinsam und lautstark den Unmut zum Ausdruck bringen“. Zudem wird mit dem Hinweis „Startzeichen Raketen. Als haltet euch bereit und achtet auf Feuerwerk“ auf mögliche Eskalationen hingewiesen.
Uneinigkeit zwischen Senat und Bezirk
Das von den Grünen geführte Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg äußert sich kritisch zur Maßnahme. Es bezeichnet die nächtliche Schließung als falsche Symbolpolitik und argumentiert, dass soziale Problemlagen lediglich in angrenzende Straßen und Kieze verlagert würden, anstatt nachhaltig gelöst zu werden. Trotz dieser Bedenken hat der Senat den Bau von Eingangstoren gegen den Willen des Bezirks durchgesetzt und plant, die Schließung ab Sonntagabend umzusetzen.
Private Wachdienste und polizeiliche Erwartungen
Die zuständige Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) hat erklärt, dass ein privater Wachdienst für die Schließung und Öffnung der Tore verantwortlich sein wird. Dieser soll nachts im Park unterwegs sein, Menschen zum Verlassen auffordern und bei Bedarf das Ordnungsamt oder die Polizei informieren. Die Polizei erhofft sich von der Schließung eine bessere Verfolgung des ausgeuferten Drogenhandels und eine Reduzierung anderer Kriminalität im Park.
Insgesamt zeigt die Situation, wie kontrovers die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks diskutiert wird, mit potenziellen Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und soziale Dynamik in Berlin-Kreuzberg.



