Nächtlicher Großeinsatz in Schlagtow: Über 100 Feuerwehrleute kämpfen bei Eiseskälte und Wind gegen verheerenden Hausbrand
Großeinsatz in Schlagtow: 100 Feuerwehrleute bei Eiseskälte im Einsatz

Nächtlicher Großeinsatz in Schlagtow: Über 100 Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen

Ein verheerender Hausbrand in Schlagtow bei Groß Kiesow hat in der Nacht zum Montag einen massiven Feuerwehreinsatz ausgelöst. Über 100 Einsatzkräfte aus dem gesamten Umkreis kämpften bei extremen Witterungsbedingungen gegen die Flammen, die sich rasend schnell ausbreiteten.

Brandausbruch und schnelle Evakuierung

Gegen 22.20 Uhr brach in dem Wohnhaus in Schlagtow ein Brand aus. Die Bewohner – eine 58-jährige Frau, ihr 34-jähriger Sohn und der 65-jährige Ehemann – hatten zuvor einen lauten Knall gehört und konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen, als sie die ersten Flammen bemerkten. Die Polizei bestätigte diese erste Meldung eines Entstehungsbrandes.

Rasante Ausbreitung und erschwerte Bedingungen

Doch die Situation eskalierte schnell. Die Flammen griffen innerhalb kürzester Zeit auf den Dachstuhl über, sodass bald das gesamte Dach in Flammen stand. Ronny Krüger von der Amtswehrführung, der später die Einsatzleitung übernahm, berichtete, dass ein Einsturz des Daches nicht verhindert werden konnte. Die Löscharbeiten zogen sich bis weit in den Montag hinein.

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Die Witterungsbedingungen verschärften die Lage erheblich:

  • Ein starker Wind trug Funken bis zu den Nachbarhäusern, was die Sicherung umliegender Gebäude zur Priorität machte.
  • Bei tiefen Minusgraden froren Schläuche und Strahlrohre immer wieder ein, sobald sie nicht genutzt wurden.
  • Das Löschwasser verwandelte das Gelände in eine spiegelglatte Eisfläche, auf der mehrere Einsatzkräfte stürzten – glücklicherweise ohne Verletzungen.

Einsatz von Spezialausrüstung und Drehleitern

Um den Feuerwehrleuten eine Aufwärmmöglichkeit zu bieten, kam das neu angeschaffte Wärmezelt des Amtes Züssow erstmals zum Einsatz. Es wurde von Kameraden aus Rubkow aufgebaut und mit einem Wärmestrahler ausgestattet.

Für die Löscharbeiten mussten zwei Drehleitern angefordert werden: eine aus Jarmen und eine von der Berufsfeuerwehr Greifswald. Die Jarmener Wehr legte über 20 Kilometer zurück und war von Mitternacht bis 8 Uhr morgens im Einsatz. Das Amt Züssow verfügt über keine eigene Drehleiter, weshalb in der Vergangenheit bereits die Feuerwehren aus Anklam und Ducherow einspringen mussten.

Umfangreiche Einsatzkräfte und Schadenshöhe

An den Löscharbeiten waren folgende Einheiten beteiligt:

  1. Feuerwehren aus Greifswald, Ranzin, Rubkow, Sanz, Groß Kiesow, Züssow, Gribow, Menzlin, Kemnitz und Jarmen
  2. Die Führungsgruppe des Amtes Züssow
  3. Ein Rettungswagen mit Einsatzkräften
  4. Die Polizei aus Wolgast

Die Kriminalpolizei übernahm am Montag weitere Ermittlungen zur Brandursache. Es wird geprüft, ob eine fahrlässige Brandstiftung vorliegt. Der Sachschaden wird vorläufig auf rund 750.000 Euro geschätzt.

Die Löscharbeiten gestalteten sich auch aufgrund der Wasserversorgung schwierig. Löschwasser wurde aus einer Zisterne und einem Teich entnommen, in den zunächst ein Loch gesägt werden musste, um die Eisschicht zu durchbrechen. Trotz aller Herausforderungen konnten die Einsatzkräfte Schlimmeres verhindern und die Sicherheit der Anwohner gewährleisten.

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