Hausverbot für Hundepaten: Streit um kranken Schäferhund Pfiffikus
Hausverbot für Hundepaten: Streit um kranken Schäferhund

Neubrandenburg. Der Schäferhund Pfiffikus ist schwer krank und schwer zu händeln. Dennoch besuchte Ralf Ziemens den Hund monatelang im Tierheim Sadelkow, fütterte ihn und kümmerte sich um ihn – bis das Tierheim ihm ein Hausverbot erteilte.

Hausverbot soll Hundewohl nicht beeinträchtigen

Für den pensionierten Zollbeamten fühlt es sich an, als hätten die Mitarbeiter ihm seinen Freund weggenommen. Auch der Hund leide darunter, sagt er. „Ich will nur meinen Freund wieder“, betont er. Seiner Meinung nach sollte das Hausverbot nicht das Wohl des Hundes betreffen, sondern sei aus persönlichen Differenzen mit den Mitarbeitern entstanden.

Das Hausverbot wurde nach einem Tierarztbesuch ausgesprochen. Ralf Ziemens hatte oft die Fahrten zum Tierarzt mit dem kranken Hund übernommen. An jenem Tag sollte Pfiffi eine schmerzlindernde Spritze erhalten, die alle vier Wochen verabreicht werden muss.

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Der Tierarzt habe Ralf Ziemens mitgeteilt, dass er nicht mit dem Hund umgehen könne. „Da gehen bei mir alle Lampen an“, sagt Ziemens. Aus seiner Erfahrung würden Tiere im Tierheim eingeschläfert, sobald sie nicht mehr händelbar sind. Diese Befürchtung hegte er auch für Pfiffi.

Verbot kam überraschend

Als er mit dem für die Spritze narkotisierten Hund zurückkehrte, erhielt er das Hausverbot. Die Patenschaft wurde beendet, da er sich beim Tierarzt „unter aller Sau verhalten habe“, wie er die Begründung wiedergibt. Für Ziemens kam das Verbot völlig unerwartet.

Tierheimvorsitzende Ursula Fleßner hielt es für an der Zeit. Ralf Ziemens habe wiederholt Anordnungen ignoriert. „Er pfeift einfach auf alles“, sagt sie. Dennoch habe sie ihm stets die Möglichkeit gegeben, den Hund zu besuchen. Pfiffis Krankheitszustand habe nun ein Ausmaß erreicht, bei dem er kaum noch menschlichen Kontakt vertrage.

Einschläfern war zu befürchten

Am Tag des Tierarztbesuchs ging es Pfiffi so schlecht, dass die Mitarbeiter mit einer Einschläferung rechneten. Ralf Ziemens sollte mitkommen, um den Ernst der Lage zu erkennen. Das Hausverbot wurde ausgesprochen, nachdem Ziemens die Mitarbeiter beschimpft haben soll. „Unser Ziel ist es, in Ruhe zu arbeiten. Ich trage auch Verantwortung für das Wohl meiner Mitarbeiter“, begründet Fleßner die Entscheidung.

„Er beißt einfach, wenn ihn der Schmerz überkommt“, erklärt Ursula Fleßner. Die Sorge von Ziemens, dass der Hund eingeschläfert werde, weist sie als unbegründet zurück. Pfiffikus habe so starke Schmerzen, dass er nicht mehr einschätzbar sei. „Wir können das nicht mehr verantworten.“ Dennoch habe sie den Hund nicht aufgegeben.

Für den Schäferhund wird das Tierheim Sadelkow der Gnadenhof sein, stellt Fleßner klar. Das heiße nicht, dass das Tierheim ihn aufgegeben hat. Im Gegenteil: An Pfiffis Wohl werde jetzt noch mehr gearbeitet.

Gemeinsam mit der Amtstierärztin und einer Ethikkommission wurde ein Verhaltensmediziner für Pfiffi gefunden. Ziel ist es, dass er seine Schmerzspritze irgendwann durch das Gitter erhalten kann. „Es gibt für uns keinen Grund, ihn einzuschläfern. Im Vordergrund darf nie das Geld, sondern immer das Tier stehen“, sagt Ursula Fleßner.

Pfiffikus war ursprünglich ein Fundhund aus dem Stargarder Land. Schon bei seiner Auffindung reagierte er auf andere Hunde und biss. Dass es mit ihm nie leicht würde, war klar. Vor einigen Monaten hätte das Tierheim Pfiffi gerne an Ralf Ziemens vermittelt. Dies scheiterte jedoch daran, dass in dessen Mietwohnung keine Hundehaltung erlaubt war und Pfiffi aufgrund seiner Krankheit keine Treppen steigen konnte. Eine Rückführung wird es nicht geben, so das Tierheim.

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