Die großangelegte Suche nach dem Goldschatz von Manching in Plate bei Schwerin geht in die Verlängerung. Am zweiten Einsatztag, dem 5. Mai 2026, durchkämmten Polizei und Spezialkräfte weiterhin das Grundstück des Hauptverdächtigen – bislang ohne Erfolg. Der Regen erschwert die Arbeit, doch die Ermittler zeigen sich entschlossen.
Bislang kein Gold gefunden
Bis Dienstagvormittag um 10 Uhr konnten die Einsatzkräfte weder Goldmünzen noch andere Teile der Beute sicherstellen. „Wir haben bislang leider nichts gefunden. Aber es war klar, dass die Suche nicht einfach wird“, erklärte Fabian Puchelt, Sprecher des Landeskriminalamtes Bayern. Trotz der ernüchternden Zwischenbilanz arbeiten sich die Ermittler zentimeterweise durch das Wohnhaus und den Garten des Verdächtigen.
Zoll verstärkt Suche mit Röntgengerät
Am Montag trafen zusätzliche Kräfte des Zolls aus Stralsund ein, die ein spezielles Röntgengerät mitbrachten. Damit sollen mögliche Fundstücke durchleuchtet werden. Der Fokus liegt derzeit auf dem hinteren Gartenbereich, wo der Boden systematisch Schicht für Schicht abgesucht wird. Im Haus werden Wände, Böden und Möbel akribisch überprüft. Schon am ersten Tag arbeiteten die Einsatzkräfte bis in den Abend, die Suche wurde erst gegen 19 Uhr unterbrochen. Ursprünglich war der Einsatz auf zwei Tage angelegt, doch eine Verlängerung ist möglich: „Wir müssen schauen, wie weit wir heute kommen und ob wir eventuell noch verlängern“, so Puchelt.
Hintergrund: Der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts
Die Ermittler lassen nicht locker, denn der gesuchte Schatz ist von unschätzbarem historischen Wert. In der Nacht zum 22. November 2022 wurde er aus dem Kelten Römer Museum in Manching gestohlen: 483 Münzen und ein Goldklumpen, insgesamt rund 3,7 Kilogramm reines Gold, mehr als 2000 Jahre alt. Ein Teil der Beute tauchte später in Plate wieder auf, weshalb die Ermittler annehmen, dass sich ein erheblicher Teil noch im Besitz des Hauptverdächtigen befindet – möglicherweise versteckt im Haus, im Mauerwerk oder im Erdreich.
411 Münzen weiterhin verschollen
Bislang konnten nur rund 500 Gramm Gold gesichert werden, das mutmaßlich eingeschmolzen wurde. Die Hoffnung ist groß, dass die restlichen Münzen noch intakt sind. Doch 411 Münzen, etwa drei Kilogramm Gold, bleiben verschwunden. Im Zentrum der Durchsuchung steht das Grundstück des mutmaßlichen Haupttäters aus Plate. Der 48-Jährige wurde vom Landgericht Ingolstadt zu elf Jahren Haft verurteilt, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
Lebensgefährtin unter Geldwäscheverdacht
Auch die Lebensgefährtin des Mannes ist ins Visier der Ermittler geraten. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Sie soll von den Taten gewusst und beim Umgang mit mutmaßlich illegal erlangtem Geld geholfen haben. Bereits am ersten Einsatztag wurde deutlich, mit welchem Aufwand die Fahnder vorgehen: Räume werden vermessen, Baupläne abgeglichen, Böden mit Radar durchleuchtet. Speziell ausgebildete Goldspürhunde aus Ungarn und ein Banknotenspürhund aus Mecklenburg-Vorpommern kamen zum Einsatz.



