Lebenslange Haft für brutalen Messermord aus Eifersucht
Vor dem Landgericht Görlitz wurde Tony B. (35) wegen Mordes an Steven M. (30) zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Vorsitzende Richter zeigte im Prozess ein Foto der Rechtsmedizin, das das im Schädel steckende Messer dokumentierte. „Ich werde die Strafe annehmen, wie sie kommt“, waren die letzten Worte des Angeklagten vor der Urteilsverkündung.
Heimtückischer Angriff in Weißwasser
Laut Urteil der großen Strafkammer handelte es sich um einen heimtückischen Mord. Im September 2025 in Weißwasser (Sachsen) schlug Tony B. zunächst seine damalige Verlobte (23) blutig und zwang sie anschließend, ihn zu ihrem Cousin Steven M. zu führen. An der Haustür klingelte sie, um das Opfer herauszulocken.
Tony B. warf Steven M. vor, eine Affäre mit seiner Verlobten zu haben. Diese bestritt dies im Prozess, räumte jedoch eine frühere platonische Beziehung zu ihrem Cousin ein. Nach einem kurzen Wortwechsel stach der Täter dem Opfer ein Springmesser in den Kopf.
9,4 Zentimeter tief im Schädel
Die 9,4 Zentimeter lange, spitze Klinge drang komplett in den Schädel ein und blieb stecken. Steven M. wurde in die Uniklinik Dresden geflogen, wo er an seinen schweren Verletzungen verstarb. Die Eltern des Opfers traten im Mordprozess als Nebenkläger auf.
Vor Gericht gestand Tony B., aus Eifersucht gehandelt zu haben. Zudem behauptete er, das Opfer habe seine Verlobte in der Jugend sexuell missbraucht. Die 23-Jährige, die den Täter bei der Arbeit in einem Supermarkt kennengelernt hatte, löste nach der Tat die Verlobung.
Gewalttätige Vergangenheit und Drogenprobleme
Tony B. sprach von großer Liebe, Hochzeit und einem Leben an der Ostsee. Als er jedoch seinen Führerschein verlor, kam heraus, dass er seit acht Jahren süchtig nach Crystal Meth war. Seine Verlobte stellte ihn vor die Wahl: Entzug oder Trennung. Er wurde zwar clean, entwickelte aber gewalttätige Tendenzen, auch gegenüber seiner Partnerin.
Gewalt zog sich bereits zuvor durch das Leben des Täters: Sein Onkel erschoss seine Tante und sich selbst. Sein Vater Hans-Joachim B. (damals 59) wurde 2012 wegen Totschlags an Tony B.s Mutter Bärbel (51) verurteilt.
Neue Ermittlungen: Tötete Tony B. auch seine Mutter?
Jetzt wird dieser Fall erneut untersucht. Möglicherweise war der Vater unschuldig und sein Sohn der Täter. Laut Verteidiger wurde kürzlich die Zelle von Tony B. in der JVA Görlitz durchsucht. „Mir wird vorgeworfen, dass ich meine Mutter getötet habe“, sagte der Angeklagte.
Wie ermittelt wurde, soll eine Ex-Freundin den Täter belasten. Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu bestätigte: „Es laufen in diesem Zusammenhang Ermittlungen wegen Verdacht des Mordes.“ Die Staatsanwaltschaft prüft intensiv, ob Tony B. auch für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist.



