Großeinsatz in Leipzig: Waffen und Drogen in Plattenbau sichergestellt – Verdacht auf geplante Anschläge
Leipzig: Waffenfund in Plattenbau – Verdacht auf Anschlagspläne

Großeinsatz in Leipzig: Waffenarsenal in Plattenbauwohnung entdeckt

Ein scheinbar routinemäßiger Verkehrskontroll-Einsatz am Samstagnachmittag in Leipzig entwickelte sich zu einem Großereignis für die Ermittlungsbehörden. Beamte des Fachdienstes Einsatzzüge hielten ein Taxi auf der Dresdner Straße an – dieser Moment markierte den Beginn einer intensiven Ermittlungsserie, die bis in die Abendstunden andauerte.

Fünf scharfe Pistolen im Taxi entdeckt

Der Fahrgast Numan K. (23) versuchte während der Kontrolle plötzlich zu flüchten, konnte jedoch von den Polizeibeamten gestellt werden. Bei der Durchsuchung seiner Tasche kamen mehrere unregistrierte Schusswaffen zum Vorschein. Nach vorliegenden Informationen handelte es sich dabei um fünf voll funktionsfähige 9-Millimeter-Pistolen mit entsprechender Munition.

Der kurdischstämmige Türke sprach kaum Deutsch, was die Kommunikation erschwerte. Interessanterweise hatte vor der Fahrt ein Anrufer dem Taxifahrer telefonisch das Ziel diktiert. Diese Information erwies sich später als entscheidend für die weiteren Ermittlungen.

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Spur führt zu mutmaßlichem Drahtzieher

Die Ermittler identifizierten den Anrufer als Metin B. (56), einen Verwandten von Numan K. Beide Männer teilten sich eine Wohnung in einem unscheinbaren Plattenbau an der Spohrstraße in Leipzig. Metin B. gibt offiziell an, sein Geld mit Immobiliengeschäften zu verdienen.

Stunden nach der ersten Festnahme wurde auch Metin B. in Gewahrsam genommen. Die gemeinsame Wohnung der beiden Männer wurde umgehend durchsucht, wobei die Beamten weitere belastende Funde machten.

Weitere Waffen und Drogen in der Wohnung

Obwohl die Polizeisprecherin Susanne Lübcke sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zu Details nicht äußerte, liegen Informationen vor, dass in der Plattenbauwohnung weitere scharfe Waffen sichergestellt wurden. Zusätzlich fiel der Polizei mehr als ein Kilogramm der Droge Crystal Meth in die Hände.

Die Dimension des Fundes überraschte selbst erfahrene Ermittler. „Die Ermittlungen befinden sich erst am Anfang“, betonte Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, die nun die weiteren Schritte koordiniert.

Verdacht auf geplante Anschläge

Besondere Aufmerksamkeit erregt die mögliche Motivation hinter der Waffenhortung. Metin B. hatte sich in sozialen Medien wiederholt für den Freiheitskampf der Kurden eingesetzt. Dies wirft die Frage auf, ob die Waffen möglicherweise für Anschläge bestimmt waren.

In Deutschland kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und hier lebenden Türken. Die Ermittler prüfen nun intensiv alle möglichen Verbindungen und Hintergründe.

„Im Rahmen der Ermittlungen werden wie auch sonst natürlich auch Ermittlungen zu den Personen selbst, ihrer Herkunft und zu ihren sonstigen familiären und sozialen Bezügen geprüft, soweit diese für das Verfahren von Belang sein könnte“, erklärte ein Ermittlungsexperte.

Haftbefehle erlassen

Inzwischen sind Haftbefehle gegen beide festgenommenen Männer erlassen worden. Die Untersuchungshaft soll sicherstellen, dass keine Beweismittel vernichtet werden können und die umfangreichen Ermittlungen ohne Behinderung fortgeführt werden können.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig geht davon aus, dass die Ermittlungen noch längere Zeit in Anspruch nehmen werden. Neben den unmittelbaren Straftatbeständen des Waffen- und Drogenbesitzes steht insbesondere die Aufklärung der mutmaßlichen Pläne im Fokus.

Der Fall zeigt einmal mehr, wie scheinbar alltägliche Polizeieinsätze zu bedeutenden Ermittlungserfolgen führen können. Gleichzeitig wirft er Fragen zur Sicherheitslage in deutschen Städten und zur Effektivität von Präventionsmaßnahmen auf.

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