Polizei beschlagnahmt Luxusautos bei Razzia gegen Steuerbetrug in Berlin und NRW
Luxusautos bei Steuerbetrugs-Razzia beschlagnahmt

Großrazzia gegen mutmaßliche Steuerbetrüger in Berlin und Nordrhein-Westfalen

In einer koordinierten Aktion haben Polizei und Finanzbehörden am Mittwochmorgen eine großangelegte Razzia gegen mutmaßliche Steuerbetrüger durchgeführt. Rund 400 Einsatzkräfte durchsuchten dabei 60 Gebäude in Berlin und weitere Objekte in Iserlohn (Nordrhein-Westfalen). Die Ermittler gehen von einem Schaden in mindestens zweistelliger Millionenhöhe aus.

Luxusfahrzeuge im Fokus der Ermittlungen

Im Zentrum der Durchsuchungen standen teure Autos, Bargeld und Luxusgegenstände. Bei einem Gebrauchtwagenhändler in Berlin-Charlottenburg beschlagnahmten Beamten einen Ferrari SF 90 Spider mit einem Neuwert von 618.900 Euro sowie einen gelben Lamborghini Urus Performante im Wert von 280.000 Euro. Bereits in der Nacht zuvor hatte die 25. Einsatzhundertschaft das Betriebsgelände gesichert.

Benjamin Jendro, Berliner Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), betonte die Bedeutung der Aktion: „Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die Einfluss auf die Liquidität eines Rechtsstaates hat und dadurch unsere Gesellschaft schädigt.“

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Europäische Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen

Die Maßnahmen werden von der Europäischen Staatsanwaltschaft koordiniert, die seit Juni 2021 in 23 EU-Ländern tätig ist. Diese länderübergreifende Strafverfolgungsbehörde mit Zentrale in Luxemburg verfolgt speziell Straftaten gegen die EU-Finanzen, etwa unrechtmäßig erschlichene EU-Subventionen oder Aufträge.

Eine Sprecherin der Europäischen Staatsanwaltschaft bestätigte: „Wir können bestätigen, dass Durchsuchungsmaßnahmen in einem Mehrwertsteuerbetrugsverfahren stattfinden. Mehr Informationen können wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht mitteilen.“

Weitere Einsätze in Iserlohn

Parallel zu den Berliner Maßnahmen durchsuchten teils vermummte Einsatzkräfte in Iserlohn mehrere Objekte, darunter zwei Villen und einen Autohandel. Auf dem Gelände des Autohandels pfändeten Steuerfahnder sämtliche Fahrzeuge, die umgehend von einem Abschleppunternehmen abtransportiert wurden. Nach Informationen sollen mehr als 20 hochwertige Gebrauchtwagen sowie mehrere Wohnwagen sichergestellt worden sein.

Bereits am Dienstag hatten die Ermittler an vereinzelten Adressen zugeschlagen und dabei zwei Festnahmen vorgenommen. Der frühe Zugriff erfolgte aus Sorge, dass vorab Informationen an die mutmaßlichen Steuerbetrüger durchsickern könnten.

Spezialeinsatzkommando im Einsatz

In Berlin-Neukölln kam ein Spezialeinsatzkommando (SEK) zum Einsatz, das schwer bewaffnet die Maßnahmen im Ortolanweg absicherte. Die Ermittler durchsuchten nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch Geschäftsunterlagen und sicherten umfangreiches Beweismaterial.

Die Razzia dauerte über Stunden an, mehrere Bereiche wurden zeitweise abgesperrt. Die behördenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Polizei, Finanzbehörden und der Europäischen Staatsanwaltschaft zeigt die Dimension der Ermittlungen gegen organisierte Steuerbetrugsstrukturen.

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