Prozess um tödlichen Messerangriff: Angeklagter gesteht Hass auf Kollegin
Im Landgericht Schweinfurt hat der Prozess um einen tödlichen Messerangriff auf einer Arbeitsstelle in Bayern begonnen. Der 22-jährige Angeklagte aus dem thüringischen Meiningen gestand, seine 59-jährige Kollegin aus Hass getötet zu haben. Die Tat ereignete sich am 1. Juli 2025 im bayerischen Mellrichstadt, wo beide beim Stromversorger Überlandwerk Rhön in Unterfranken beschäftigt waren.
Geständnis des Angeklagten: "Ich habe die Frau gehasst"
Zu Prozessauftakt äußerte sich der Angeklagte emotional über das Opfer. "Ich habe die Frau gehasst", sagte er vor Gericht und beschrieb ein angespanntes Verhältnis, das seit seiner Ausbildung bestanden habe. Er fühlte sich von der Kollegin schlecht behandelt und nannte als möglichen Grund religiöse Differenzen: "Sie hatte ein Problem damit, dass ich nicht gläubig bin." Der Deutsche entschuldigte sich bei den Opfern und Hinterbliebenen und bezeichnete seine Tat als "abscheulich", begangen aus Zorn. Er räumte ein, sich nach der Tat nicht besser gefühlt zu haben, wie er es erwartet hatte.
Anklage wirft Mord und gezielte Planung vor
Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen den Angeklagten. Ihm wird Mord, versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Oberstaatsanwalt Markus Küstner beschrieb die Tat als geplant und aus Mordlust begangen. "Der Angeklagte verspürte seit Monaten das ernste und nachhaltige Verlangen, andere Menschen zu verletzen und zu töten", sagte er. Laut Anklage suchte der Mann zunächst erfolglos nach Opfern in und um Meiningen, bevor er seine Kollegin als Ziel auswählte. Ein detaillierter Ablaufplan sei am 29. Juni 2025 festgelegt worden.
Tatablauf mit weiteren Verletzten
Am Tatmorgen stürmte der Industriekaufmann, der zweifacher Vater ist, ins Büro seines Chefs und attackierte die Kollegin mit einem Messer. Dabei wurden auch der Chef lebensgefährlich und ein weiterer Mitarbeiter leicht verletzt, als sie der Frau helfen wollten. Weitere Kollegen konnten dem Täter das Messer abnehmen. Küstner bezweifelte die Aussagen des Angeklagten, dass er nur die Frau töten wollte, und verwies auf dessen Interesse an Serienmördern und Gewaltverbrechen vor der Tat.
Prozessverlauf und weitere Termine
Insgesamt sind für den Prozess sechs Verhandlungstermine bis zum 14. April angesetzt. Die Polizei hat ihre Ermittlungen abgeschlossen, und die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben. Der Fall wirft Fragen nach Motiven und Sicherheit am Arbeitsplatz auf, während das Gericht die Beweise prüft.



