Mordfall in Eckernförde: Verdächtiger stellt sich nach tödlichem Angriff
Zwei Wochen nach der tödlichen Attacke auf einen Jugendlichen in Eckernförde hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Ein 22-jähriger Mann aus Bremen, der die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, hat sich den Ermittlern selbst gestellt und sitzt nun in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel Haftbefehl wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts erlassen.
Falsche Fährte und neue Spuren
Die Ermittlungen hatten zunächst zu einem anderen Mann geführt. Ein 23-jähriger Bremer war festgenommen und sogar in Untersuchungshaft gebracht worden. Doch nach gründlicher Überprüfung seines Alibis musste er wieder freigelassen werden. Erst weitere Spuren brachten die Mordkommission auf die Spur des jetzt Beschuldigten, der sich schließlich selbst der Polizei stellte.
Tödlicher Angriff auf Supermarkt-Parkplatz
Der 15-jährige Achmed B. war am Abend des 11. März vor einem Supermarkt in der Eckernförder Innenstadt attackiert worden. Auf dem Parkplatz des Geschäfts kam es offenbar zu einem Streit, bei dem der Jugendliche mit einem Messer tödlich verletzt wurde. Als die Polizei am Tatort eintraf, war das Opfer zunächst verschwunden – lediglich eine Blutspur wurde entdeckt.
Lebensgefährliche Verletzungen und erfolglose Rettungsversuche
Wenig später fanden Einsatzkräfte den Jungen etwa drei Kilometer entfernt in der Straße „Schiefkoppel“. Er war lebensgefährlich verletzt. Die Beamten versuchten noch, den 15-Jährigen zu reanimieren, doch auf dem Weg ins Krankenhaus erlag er seinen schweren Verletzungen. Nach der Tat fahndeten die Ermittler intensiv nach mehreren möglichen Beteiligten und einem Fahrzeug, das laut Zeugenaussagen vom Parkplatz geflüchtet war.
Gezielter Angriff ohne Gefahr für Allgemeinheit
Die Mordkommission geht inzwischen davon aus, dass es sich bei der Tat um einen gezielten Angriff gehandelt hat. Die Ermittler betonen, dass keine Gefahr für die Allgemeinheit bestehe. Dennoch bittet die Mordkommission weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Für entscheidende Informationen, die zur Aufklärung des Falls beitragen, wurde eine Belohnung von 5000 Euro ausgelobt.
Die Ermittlungen konzentrierten sich schließlich auf Bremen, wo der jetzt festgenommene Verdächtige seinen Wohnsitz hat. Die Polizei Kiel bestätigte die Festnahme und die Einleitung des Haftbefehlsverfahrens. Zuvor hatten bereits die Kieler Nachrichten über diese neue Entwicklung in dem tragischen Fall berichtet.



