Heute erlebte Familie Knörndel einen ganz besonderen Tag: Das Krankenhaus entließ Maria nach zwei Wochen. Die Zehnjährige hatte zuvor schmerzvolle Tage durchgestanden.
Der schicksalhafte Tag
Am Sonntag, dem 19. April, brachte die Neugierde und Abenteuerlust von Maria und ihrem Nachbarfreund Ben (9), mit dem sie bislang die Schulbank teilte, unglaubliches Unglück über zwei Familien in Neu Krenzlin. Bei einem Ausflug zu einem kleinen Biotop in der Nähe, umgeben von Wald, verletzten sich beide Kinder. Eine Explosion raubte Ben das Augenlicht, und Ärzte in der Lübecker Uniklinik amputierten später seine Hände. Maria erlitt Verletzungen im Gesicht. Sie reagierte geistesgegenwärtig, rannte los und hielt ein Auto an, dessen Fahrer daraufhin Erste Hilfe leistete. Damit rettete sie dem Neunjährigen vielleicht sogar das Leben.
Marias Genesung
Ein Krankenwagen fuhr Maria ins Krankenhaus nach Schwerin, wo das Team sie behandelte. Inzwischen steht fest: Maria hatte viel Glück. Ihre Narben sind gut verheilt. „Sie hat noch einige Arzttermine, etwa beim Augen- und Ohrenarzt. Am 4. August operieren die Ärzte sie noch einmal“, erzählt Rica Knörndel. „Die Explosion ließ in beiden Ohren das Trommelfell platzen, und es wuchs nicht mehr richtig zusammen.“
Spendenaktionen für die Familien
Während die vierfache Mutter Rica Knörndel (4, 10, 20, 25) an Marias Krankenbett saß, startete ihre Tochter Celine ohne ihr Wissen auf der Plattform Gofundme eine Spendenaktion. Inzwischen haben 126 Menschen 4375 Euro gespendet. Auch die Aktion für den neunjährigen Ben zeigt, dass viele Menschen die Familie auf ihrem Weg unterstützen wollen und bisher 43.809 Euro gespendet haben. Chris Hogrefe organisierte diese Spendeninitiative, die er ebenfalls auf GoFundMe anlegte. Der Familienvater betonte am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung, wie wichtig es ihm ist, dass auch Maria wieder lächeln kann, und sprach bereits mit dem Fahrradgeschäft Winkelmann aus Ludwigslust über ihren größten Wunsch: ein neues Fahrrad. „Auch die geplante Ferienreise in den Heidepark Soltau rückt dank Sponsoring in greifbare Nähe, denn die Tageskarten für die Familie stehen bereit“, erzählte er. Am Ende entscheidet Bens Mutter, wie viel sie an Maria weitergibt. Hogrefe, der regelmäßig Updates auf der Spendenseite veröffentlicht, kündigte an, demnächst zu zeigen, was mit dem gespendeten Geld passiert ist.
Zurück in den Alltag
Rica Knörndel freut sich, dass Maria wieder zu Hause ist. In den vergangenen Wochen unterstützten Freunde die Familie und halfen ihr auch bei der Betreuung ihres jüngsten Kindes. Bekannte boten ihr eine Haushaltshilfe an, doch die Alleinerziehende lehnte das Angebot ab. Sobald sie das gespendete Geld bekommt, möchte sie Maria eine neue Kinderzimmereinrichtung kaufen, damit die Drittklässlerin einen schönen Schreibtisch hat. Ab dem nächsten Montag wird Maria wieder die Schule besuchen und sicher viel zu erzählen haben. Der Platz neben ihr bleibt leer, denn Ben ist zwar aus dem künstlichen Koma erwacht, muss aber gemeinsam mit seinen Eltern sein Leben neu planen.



