Prozess um tödliche Schießerei in Hannover: Angeklagter schweigt zu Vorwurf des Kopfschusses
Prozess um tödliche Schießerei: Angeklagter schweigt zu Kopfschuss-Vorwurf

Prozess um tödliche Schießerei in Hannover: Angeklagter schweigt zu Vorwürfen

Vor dem Landgericht Hannover hat am Donnerstag ein aufsehenerregender Prozess begonnen, der sich um eine tödliche Schießerei im Herbst 2025 dreht. Der Angeklagte Siyar Y. (27) aus Hamburg muss sich wegen Totschlags und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Bei der Verhandlung machte der Beschuldigte keine Angaben zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, was die Spannung im Gerichtssaal weiter erhöhte.

Eskalation an der Vahrenwalder Straße

Die Ereignisse, die zu dem Prozess führten, datieren auf den 22. Oktober 2025. An diesem Abend trafen sich sechs vorwiegend türkischstämmige Männer vor einer Bar an der Vahrenwalder Straße in Hannover, die in Ermittlerkreisen als bekannte Anlaufstelle der Dealer-Szene gilt. Laut Staatsanwaltschaft bestand zwischen Siyar Y. und dem späteren Opfer Serdar G. (†27) bereits längerer Streit, dessen genauer Ursprung jedoch bis heute ungeklärt bleibt.

Siyar Y. erschien mit einem Begleiter, während Serdar G. drei Kumpel mitbrachte. Die zunächst geplanten Schlichtungsgespräche scheiterten rasch, und die Situation eskalierte zunehmend. Gegen 18.30 Uhr kam es zu lautstarken Auseinandersetzungen, bei denen auch Fäuste flogen. Die Anklage wirft dem Angeklagten vor, als Erster eine scharfgemachte Schreckschusspistole des türkischen Herstellers „Zoraki“ gezogen und mehrmals in Richtung der Beine seiner Gegner gefeuert zu haben.

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Tödlicher Kugelhagel mit fatalem Ausgang

Daraufhin holte Rivale Serdar G. eine Pistole des Typs Sig Sauer im Kaliber 9 mm hervor und schoss zurück. In dem folgenden Kugelhagel erhielt Serdar G. einen Treffer in die Hüfte und stürzte auf den Asphalt. In diesem Moment soll der ebenfalls verletzte Angeklagte, der einen Lungendurchschuss erlitten hatte, seinen am Boden liegenden Rivalen mit einem gezielten Kopfschuss getötet haben. Zwei weitere Männer aus dem Gefolge von Serdar G. erlitten Schusswunden an Oberschenkel und Schienbein und mussten stationär behandelt werden.

Insgesamt sollen während der Schießerei mindestens 13 Schüsse abgegeben worden sein, was die Szenerie noch dramatischer erscheinen lässt. Die Polizei sperrte umgehend die Vahrenwalder Straße und nahm den geflohenen, mutmaßlichen Todesschützen wenig später fest. Hannover befand sich nach den Vorkommnissen kurzzeitig im Ausnahmezustand, was die Brisanz des Falls unterstreicht.

Schweigen des Angeklagten und weitere Verhandlung

Zum Auftakt des Prozesses schwieg der Angeklagte Siyar Y. konsequent zu allen Vorwürfen, was die Aufklärung der Tat weiter erschwert. Die Verteidigung kündigte an, in den kommenden Verhandlungstagen detailliert Stellung zu nehmen. Das Gericht plant für den 14. April, erste Zeugen anzuhören, um mehr Licht in die dunklen Hintergründe der tödlichen Auseinandersetzung zu bringen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Schießerei das Ergebnis langwieriger Konflikte zwischen rivalisierenden Gruppen war, die sich in der Hannoveraner Szene etabliert hatten. Die genauen Motive und eventuelle Vorgeschichten sollen im Laufe des Prozesses weiter aufgeklärt werden. Die Öffentlichkeit und die Medien verfolgen den Fall mit großem Interesse, da er exemplarisch für gewalttätige Auseinandersetzungen in urbanen Räumen steht.

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