Russischer Fußball von massivem Schiedsrichter-Skandal erschüttert
Der russische Fußball wird von einem schwerwiegenden Korruptionsskandal erschüttert. Das Innenministerium in Moskau hat bestätigt, dass gegen insgesamt 13 Schiedsrichter wegen Bestechlichkeit und Einflussnahme auf Spielergebnisse Strafverfahren eingeleitet wurden. Den Beschuldigten drohen nach Angaben der Behörden Haftstrafen von bis zu sieben Jahren.
Systematische Manipulation von mindestens 22 Spielen
Laut der Sprecherin des russischen Innenministeriums, Irina Wolk, wurden die Ergebnisse von mindestens 22 Fußballspielen unrechtmäßig beeinflusst. Die manipulierten Partien fanden sowohl im Moskauer Gebiet als auch in anderen Regionen der Russischen Föderation statt. Die Ermittlungen ergaben, dass die Schiedsrichter ihre Entscheidungen systematisch zugunsten des Fußballclubs Torpedo Moskau ausrichteten.
Wolk erklärte weiter, dass es illegale Absprachen und anschließende unrechtmäßige Geldübergaben gegeben habe. An den umfangreichen Ermittlungen waren neben Fahndern des Innenministeriums auch Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB beteiligt. Gegen alle 13 Beschuldigten wurde bereits Anklage erhoben.
Schiedsrichter ausgeschlossen – Ermittlungen dauern an
Der russische Fußballverband (RFS) reagierte umgehend auf die Enthüllungen. Alle beschuldigten Schiedsrichter wurden sofort ausgeschlossen, und es gab eine umfassende Korrektur bei der Schiedsrichter-Aufstellung für die laufende Saison. Der RFS kann nicht zulassen, dass Leute an den Spielen teilnehmen, gegen die ermittelt wird - das ist eine Frage des Vertrauens in den Fußball, betonte Pawel Kamanzew, der Vorsitzende des Schiedsrichterkomitees.
Die Beschuldigten befinden sich zwar gegen Auflagen auf freiem Fuß, müssen sich aber an ihrem Wohnsitz aufhalten. Die Ermittlungen zu dem komplexen Fall dauern weiter an. Die russische Zeitung Sport-Express veröffentlichte bereits die meisten Namen der angeklagten Schiedsrichter.
Bereits frühere Verfahren gegen Torpedo-Funktionäre
Dieser Skandal ist nicht der erste Korruptionsfall im Umfeld von Torpedo Moskau. Bereits im Sommer 2025 waren Strafverfahren gegen den ehemaligen Generaldirektor des Clubs, Waleri Skorodumow, und den früheren Miteigentümer Leonid Sobolew eingeleitet worden. Ihnen wurde der Versuch der unrechtmäßigen Beeinflussung von Spielen des Vereins in der Ersten Liga vorgeworfen.
Laut russischen Medienberichten gestand Sobolew damals die Bestechung von Schiedsrichtern. Der aktuelle Fall mit 13 angeklagten Unparteiischen zeigt nun das erschreckende Ausmaß der systematischen Manipulationen im russischen Fußball auf.



