Spezialeinsatzkommando in Dortmund nach Kletteraktion im Einsatz
In Dortmund hat eine waghalsige Kletteraktion auf den historischen Kronenturm zu einem aufwändigen Polizeieinsatz geführt. Drei junge Erwachsene, zwei Frauen und ein Mann, erklommen am Samstagabend den 65 Meter hohen Turm und lösten damit eine Großaktion der Sicherheitskräfte aus.
Steine und Leiter flogen vom Turm
Gegen 19.15 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert, nachdem Passanten die Personen auf dem Gebäude entdeckt hatten. Von der Höhe warfen die Kletterer Steine und eine Leiter herab, was eine erhebliche Gefahr für die Umgebung darstellte. Besonders besorgniserregend: Einer der Beteiligten wurde mit einem schusswaffenähnlichen Gegenstand beobachtet, was die Situation zusätzlich eskalieren ließ.
SEK überzeugt Kletterer nach Stunden
Das hinzugezogene Spezialeinsatzkommando (SEK) benötigte mehrere Stunden, um die drei Personen vom Turm zu holen. Erst nach intensiven Verhandlungen konnten die Einsatzkräfte die Kletterer davon überzeugen, freiwillig herabzusteigen. Der Einsatz endete schließlich in der Nacht gegen 1 Uhr.
Die angebliche Waffe entpuppte sich später als harmlose Spielzeugpistole aus Plastik. Dennoch hatte ihr Anblick die Lage deutlich verschärft und den Einsatz der Spezialkräfte notwendig gemacht.
Alte Bekannte der Polizei
Bei den Kletterern handelte es sich um Personen, die der Polizei nicht unbekannt waren. Zwei von ihnen hatten bereits am Karfreitag einen SEK-Einsatz in Dortmund ausgelöst, nachdem sie auf einen Baukran geklettert waren. Die Polizei teilte mit, dass alle drei nach Verlassen des Turms psychisch auffällig gewesen seien.
Leerstehender Brauturm als Kulisse
Der Kronenturm, ein ehemaliger Brauturm der Kronen-Brauerei, steht seit mehr als 20 Jahren leer. Das 65 Meter hohe Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei ist seit Langem Gegenstand stadtentwicklungspolitischer Diskussionen. Warum sich die jungen Erwachsenen gerade diesen Ort für ihre Aktion ausgesucht haben, bleibt vorerst unklar.
Die Polizei ermittelt weiter zu den Hintergründen der Kletteraktion und den Motiven der Beteiligten. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit leerstehender Industriegebäude in urbanen Räumen auf.



