Gut vier Monate nach dem aufsehenerregenden Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen bekommen mehrere Kunden heute Dokumente aus ihren aufgebrochenen Schließfächern zurück. Dabei handelt es sich vor allem um namentlich klar zuzuordnende Unterlagen wie Kaufverträge, Urkunden, Fahrzeugbriefe oder Familienstammbücher, wie eine Sprecherin der Sparkasse mitteilte. Diese Gegenstände gehören zu den rund 50.000 Objekten, die die Einbrecher Ende 2025 in dem verwüsteten Tresorraum zurückgelassen hatten.
Schrittweise Rückgabe gleicht einem Puzzle
Die Dokumente und Gegenstände werden Schritt für Schritt den jeweiligen Kunden zugeordnet und zurückgegeben. Sparkassenchef Michael Klotz hatte diesen Prozess zuvor als ein gigantisches Puzzle beschrieben. Die Identifizierung sei nicht leicht, da viele Gegenstände keine direkten Namenshinweise enthielten.
Schwierige Schadensermittlung
Unter den von den Einbrechern zurückgelassenen Gegenständen könnten auch wertvolle Dinge sein, so die Sprecherin. Nach Abschluss der Rückgabe soll der endgültige Schaden für die rund 3.000 betroffenen Kunden ermittelt werden. Die Schließfächer sind standardmäßig bis zu 10.300 Euro pro Fach versichert, sofern die Kunden einen Nachweis über den entsprechenden Inhalt erbracht haben. Viele Kunden hatten eigenen Angaben zufolge jedoch deutlich höhere Beträge in ihren Fächern.
Hintergrund des Einbruchs
Bei dem Einbruch nach Weihnachten 2025 überwanden die unbekannten Täter sämtliche Sicherheitssysteme der Sparkasse, verschafften sich mit einem Kernbohrer Zugang zum Tresorraum und brachen fast alle der 3.100 Schließfächer auf. Die Polizei schätzte den Gesamtschaden kurz nach der Tat auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Es wird jedoch vermutet, dass der Schaden deutlich höher liegen könnte – möglicherweise im dreistelligen Millionenbereich. Die Ermittlungen zu den Tätern dauern an.



