Student gesteht brutale Vergewaltigungen nach Betäubung seiner Freundin
Ein 27-jähriger chinesischer Student hat vor dem Landgericht München I ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er räumte ein, seine Freundin über Monate hinweg mit hochwirksamen Medikamenten betäubt, vergewaltigt und die Taten gefilmt zu haben. «Das, was in der Anklage steht, entspricht der Wahrheit», erklärte der Angeklagte während der Verhandlung, die deutliche Parallelen zum international bekannten Fall Pelicot in Frankreich aufweist.
Detailierte Schilderung der Taten und Motive
Der Student schilderte vor Gericht ausführlich seine sexuellen Vorlieben und die Hintergründe seiner Taten. «Ich weiß, dass ich Schlimmes getan habe und dass das schlimme Folgen mit sich gebracht hat», sagte der 27-Jährige. Gleichzeitig betonte er, kein Frauenhasser zu sein: «Ich liebe dieses Mädchen, aber ich habe sie tief verwundet.» Seine Handlungen beschrieb er als «unbedacht, egoistisch, gefährlich, hässlich und ungehobelt».
Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann schwerste Straftaten vor:
- Versuchter Mord in sieben Fällen
- Gefährliche Körperverletzung
- Besonders schwere Vergewaltigung
- Versuchte Vergewaltigung mit Todesfolge
Chatgruppen und Betäubungsmethoden
Der Angeklagte gab zu, sich bereits in China in Chatgruppen mit über 1.000 Mitgliedern über Betäubungsmethoden ausgetauscht zu haben. «Einige Personen in diesem Chat sagten, sie finden die K.o.-Tropfen-Methode nicht gut, sie nutzen nur die Medikamente», berichtete der Student. Diese würden angeblich auch «bei ihren Ehefrauen und Freundinnen eingesetzt», um Fantasien zu befriedigen, ohne die Frauen zu schädigen.
Laut Ermittlungsakten nannte der Angeklagte Frauen in diesen Chats abwertend «Autos» oder «tote Schweine». Bilder seiner betäubten Freundin soll er in diesen Gruppen geteilt haben.
Videoaufnahmen und sexuelle Vorlieben
Auf den sichergestellten Videos ist nach Angaben der Ermittler zu sehen, wie der Mann seiner Freundin während der Vergewaltigungen immer wieder Betäubungsmittel verabreicht, um sicherzustellen, dass sie nicht aufwacht. Die Aufnahmen habe er regelmäßig für seine sexuelle Befriedigung genutzt, gestand der Angeklagte. Heute könne er diese Videos nicht mehr anschauen: «Das ist zu schlimm für mich, lieber tötet man mich.»
Der Student räumte ein, schon lange die Fantasie gehabt zu haben, «mit einer schlafenden Frau zu verkehren». Schon als Kind habe er festgestellt, dass er «schlafende Frauen sehr schön» finde.
Hintergründe und Beziehungsgeschichte
Der 27-Jährige schilderte eine schwierige Kindheit mit Gewalterfahrungen. Seine Mutter habe ihn geschlagen, ein Mathelehrer ihn sexuell missbraucht. Frauen gegenüber sei er immer äußerst schüchtern gewesen. Die missbrauchte Freundin war ihm zufolge seine erste Beziehung überhaupt. «Bevor ich eine Liebesbeziehung zu meinem späteren Opfer einging, habe ich noch nie die Hand einer weiblichen Person gehalten», sagte der Angeklagte.
Trotz seiner Taten betonte er seine Liebe zu der Frau: «Ich liebe meine damalige Freundin» und sei ihr immer treu gewesen. Andere Frauen seien für ihn nicht infrage gekommen.
Parallelen zum Pelicot-Fall in Frankreich
Der Münchner Prozess erinnert stark an den international bekannt gewordenen Fall der Französin Gisèle Pelicot. Diese war von ihrem Ehemann über knapp zehn Jahre hinweg regelmäßig betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden. Der Ex-Mann wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, 50 Mitangeklagte erhielten Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.
Im aktuellen Münchner Fall war es laut Staatsanwaltschaft reiner Zufall, dass die 1997 geborene Frau die wiederholten Betäubungen und Misshandlungen überlebte. Der Prozess am Landgericht München I wird fortgesetzt, während das umfassende Geständnis des Angeklagten die Verhandlung in eine neue Phase bringt.



