Die Nordsee-Insel Sylt bereitet sich auf eine erneute Punker-Invasion vor. Die linke Gruppe „Aktion Sylt“ plant vom 20. Juli bis 16. August ein Protest-Camp auf der beliebten Ferieninsel. Doch die Kreisverwaltung Nordfriesland will dies verhindern und erkennt das Camp nicht als Versammlung an. Die Aktivisten ziehen nun vor das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht.
Streit um Versammlungsstatus
Der Kreis Nordfriesland bestätigte gegenüber BILD, dass ein Antrag für das Protest-Camp vorliegt. Als Veranstaltungsort ist die Festwiese in Tinnum im Herzen von Sylt vorgesehen. Die Behörde lehnt den Antrag jedoch ab mit der Begründung, dass es sich nicht um eine Versammlung im Sinne des Versammlungsfreiheitsgesetzes handele. „Das gemeinsame Campen steht im Vordergrund, nicht die gemeinsame Meinungskundgabe“, so ein Sprecher.
„Aktion Sylt“ wehrt sich
Die „Aktion Sylt“ wirft der Versammlungsbehörde vor, erneut zu versuchen, ihnen den Versammlungsstatus abzusprechen und damit das Protest-Camp zu verbieten. „Daher ziehen wir nun vor das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht“, erklärte die Gruppe. Sie sieht das Camp als politischen Protest gegen die soziale Schieflage auf der Insel.
Kreis bleibt hart
Die Verwaltungsbehörde zeigt sich unbeeindruckt: „Das geplante Camp wäre überwiegend ein Schlaf- und Versorgungscamp. Zelte, Küchen und Duschen sind für die Meinungsäußerung nicht erforderlich. Auf Sylt gibt es ausreichend Campingplätze und Ferienwohnungen für die Teilnehmer.“ Sollte das Camp stattfinden, wäre es die fünfte Veranstaltung dieser Art. Bei der Premiere 2022 kamen zahlreiche Punks mit dem 9-Euro-Ticket nach Sylt.



