Urteil im Berufungsprozess: Antisemitischer Angriff auf jüdischen Studenten in Berlin
Urteil erwartet: Antisemitischer Angriff auf Student in Berlin

Urteil im Berufungsverfahren: Antisemitischer Angriff auf jüdischen Studenten in Berlin erwartet

Mehr als zwei Jahre nach einem brutalen Angriff auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira in Berlin wird heute im Berufungsprozess das Urteil des Landgerichts erwartet. Der Angeklagte, ein 25-jähriger früherer Kommilitone Shapiras, wehrt sich gegen eine Haftstrafe von drei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung, die das Amtsgericht Tiergarten im April 2025 verhängt hatte.

Streit um antisemitische Motivation der Gewalttat

Der Täter räumt die Gewalttat zwar ein, bestreitet jedoch eine antisemitische Motivation. Die Richter der ersten Instanz sprachen hingegen von einem antisemitischen Gewaltexzess. Die Staatsanwaltschaft geht weiterhin von einer antisemitischen Tat aus, plädierte in zweiter Instanz aber auf eine etwas geringere Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten, während die Verteidigung eine Bewährungsstrafe beantragte.

Details zum brutalen Überfall im Februar 2024

Der frühere Lehramtsstudent der Freien Universität Berlin und Shapira waren sich am 2. Februar 2024 – vier Monate nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel – zufällig in einer Bar in Berlin-Mitte begegnet. Als Shapira das Lokal verließ, folgte ihm der Jüngere. Laut Urteil des Amtsgerichts schlug er Shapira mit der Faust nieder und trat ihn, als dieser blutend am Boden lag, wuchtig gegen den Kopf. Shapira erlitt dabei Knochenbrüche im Gesicht und eine Hirnblutung.

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Erfolglose Klage gegen die Freie Universität Berlin

Shapira hatte zuletzt erfolglos versucht, die Freie Universität Berlin zu einem besseren Schutz vor antisemitischer Diskriminierung zu verpflichten. Das Verwaltungsgericht Berlin wies seine Klage als unzulässig ab, ließ jedoch wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Thematik eine Berufung zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zu. Das heutige Urteil im Strafverfahren ist noch nicht rechtskräftig und markiert einen weiteren Schritt in diesem komplexen Fall.

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