Schweres Urteil in Landshut: Acht Jahre Haft für versuchten Mord an Kleinkind
In einem erschütternden Fall von Familiengewalt hat das Landgericht Landshut einen 28-jährigen Vater zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann versucht hat, seine dreijährige Tochter mit Mäusegift zu töten, um sich die Unterhaltszahlungen an die Mutter des Kindes zu sparen.
Tatablauf und Motiv des Vaters
Laut Anklage bastelte der Angeklagte im Dezember 2024 aus Frischhaltefolie eine Plombe, die etwa ein Gramm Mäusegift enthielt. Diese steckte er seiner Tochter in den Mund, woraufhin das Mädchen sie schluckte. Anschließend übergab er das Kind der Mutter, um den Eindruck zu erwecken, dass sie für die Tat verantwortlich sei. In der Wohnung der Mutter erbrach das Kleinkind jedoch die Plombe, sodass das Gift nicht die vom Vater erhoffte tödliche Wirkung entfalten konnte.
Rettungskräfte und Polizeibeamte fanden das Erbrochene samt der giftigen Plombe auf dem Sofa der Mutter. Der Vater bestritt die Tat während des gesamten Prozesses, wurde aber dennoch schuldig gesprochen.
Prozessverlauf und Urteil
Der 28-Jährige wurde am Mittwoch wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung beantragt, während die Verteidigung auf Freispruch plädierte.
Der Mann war im Februar 2025 zunächst festgenommen, aber einen Tag später wieder entlassen worden. Seit Mai 2025 saß er in Untersuchungshaft. Das Gericht folgte mit dem Urteil von acht Jahren Haft nicht vollständig dem Antrag der Anklage, verhängte aber dennoch eine lange Strafe, die die Schwere der Tat widerspiegelt.
Hintergrund und Reaktionen
Dieser Fall wirft ein grelles Licht auf die extremen Auswüchse von Unterhaltsstreitigkeiten und die Verzweiflung, die zu solch grausamen Taten führen kann. Die Mutter des Kindes und die Ermittlungsbehörden zeigten sich erleichtert, dass das Mädchen überlebte, dank des schnellen Erbrechens, das die Giftaufnahme verhinderte.
Experten betonen, wie wichtig frühzeitige Interventionen bei familiären Konflikten sind, um derartige Tragödien zu verhindern. Das Urteil soll auch als abschreckendes Signal dienen, dass die Justiz solche Verbrechen an Schutzbefohlenen mit aller Härte ahndet.



