Polizei entdeckt versteckte Waffensammlung hinter Fliese - schussfähiger Kugelschreiber beschlagnahmt
Waffensammlung hinter Fliese entdeckt - mit schussfähigem Kugelschreiber

Illegale Waffen hinter Fliese versteckt: Polizei entdeckt ungewöhnliche Sammlung in Demmin

Bei einer Durchsuchung, die eigentlich dem Aufspüren von Betäubungsmitteln dienen sollte, stießen Polizeibeamte im Oktober 2024 auf eine höchst ungewöhnliche Entdeckung. In einem Anwesen bei Demmin in der Mecklenburgischen Seenplatte fanden sie eine umfangreiche Sammlung verbotener Waffen, die teilweise sogar hinter einer Badezimmerfliese versteckt waren.

Vom Drogenverdacht zur Waffenrazzia

Polizist Steffen Mahnke, der als Zeuge im späteren Prozess aussagte, erinnert sich deutlich: „Die eine scharfe Waffe haben wir im Bad, versteckt hinter einer Fliese gefunden.“ Die Beamten durchsuchten das Anwesen eines Geschäftsmannes, der unter anderem mit Schrott gehandelt haben soll. Obwohl sie eigentlich einem Betäubungsmittelverdacht nachgingen, entdeckten sie stattdessen eine illustre Waffensammlung.

Der heute 64-jährige Angeklagte hatte bereits 2015 seine Waffenbesitzkarte vom Landkreis entzogen bekommen. Dennoch fand die Polizei bei ihm eine bemerkenswerte Kollektion: Spring- und Butterflymesser, mehrere Schusswaffen, hunderte Patronen, chemische Schieß-Substanzen in Ampullen, ein sogenanntes Kaninchentötungsgerät und sogar einen voll funktionsfähigen Schieß-Kugelschreiber. Ein Teil dieser Gegenstände war offen in einer Vitrine in den Geschäftsräumen ausgestellt.

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Gerichtsverhandlung mit eindeutigem Ergebnis

Die Staatsanwaltschaft warf dem polizeibekannten Mann Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz vor. Oberstaatsanwältin Beatrix Heuer zeigte sich wenig überzeugt von den Entschuldigungsversuchen des Angeklagten, der behauptete, von den meisten Waffendingen „gar keine Ahnung gehabt“ zu haben und dass diese „schon ewig dort gelegen“ hätten.

„Sie scheinen nur wenig belehrbar zu sein“, konstatierte Heuer mit Blick auf das Vorstrafenregister des Mannes, das bereits einen früheren Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz aus dem Jahr 2024 enthielt. Die Staatsanwaltschaft forderte sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie 50 Arbeitsstunden gemeinnütziger Arbeit.

Urteil wird sofort rechtskräftig

Richterin Iris Hagedorn verhängte schließlich eine etwas mildere Strafe: Wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz erhielt der Angeklagte fünf Monate Haft auf Bewährung für zwei Jahre und muss ebenfalls 50 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Das Urteil wurde von beiden Seiten noch im Gerichtssaal akzeptiert und wurde damit sofort rechtskräftig.

Der verurteilte Mann, der zurzeit über kein eigenes Einkommen verfügt und eigentlich eine Geldstrafe bevorzugt hätte, gab vor dem Verlassen des Gerichtssaals eine bemerkenswerte Erklärung ab: „Wenn ich jetzt nochmal sowas finde, bringe ich es zum Museum.“ Er erklärte, manchmal mit einem Metalldetektor in der Gegend unterwegs gewesen zu sein und dabei alte Waffenteile gefunden zu haben.

Richterin Hagedorn verabschiedete ihn mit dem Rat: „Dass sie so etwas künftig lieber gleich abgeben, wäre auch am besten.“ Die ungewöhnliche Entdeckung der Polizei – von der versteckten Waffe hinter der Fliese bis zum schussfähigen Kugelschreiber – zeigt einmal mehr, welche gefährlichen Überraschungen bei scheinbar routinemäßigen Polizeieinsätzen zutage treten können.

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