Pastorin entdeckt spirituelle Verbindung zwischen Gehen und Fasten
Die Fastenzeit läuft seit eineinhalb Wochen und dauert bis Ostersonntag an. Wie gestalten Sie diese besondere Zeit? Pastorin Ina Piatkowski-Oh aus dem Pfarrsprengel Pasewalk-Jatznick hat sich für dieses Jahr ein ungewöhnliches Vorhaben gesetzt: Sie läuft Wege, die sie schon lange erkunden wollte. Dabei handelt es sich nicht um sportliches Training, sondern um bewusstes Gehen und Wandern.
Gewohnheiten durchbrechen und neue Perspektiven gewinnen
Die Pastorin unterbricht ihre täglichen Routinen, indem sie Strecken, die sie normalerweise mit dem Auto zurücklegt, nun zu Fuß erkundet. „Ich faste Ausreden, die mich davon abhalten, das Auto anzuhalten und für einen Spaziergang stehenzulassen“, erklärt sie. Diese Unterbrechung der Gewohnheit ermöglicht es ihr, die Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen – Düfte, Geräusche und visuelle Eindrücke, die im Auto verborgen bleiben.
Biblische Wurzeln der Verbindung von Bewegung und Verzicht
Die spirituelle Dimension dieser Praxis wird deutlich, wenn man biblische Bezüge betrachtet. In der Bibel finden sich zahlreiche Beispiele, die Fasten und Gehen miteinander verbinden. Mose fastete, nachdem er den Berg Sinai bestiegen hatte, und auch Jesus wird in der Wüste nicht als sitzend, sondern als in Bewegung begriffen dargestellt.
Fastenzeit als innerer Pilgerweg
Die Fastenzeit wird oft mit einem Pilgerweg verglichen. „Für beides setzt man sich ein Ziel“, so die Pastorin. Ob es darum geht, täglich spazieren zu gehen, auf Süßigkeiten zu verzichten oder eine andere persönliche Herausforderung anzunehmen – der Aufbruch und das Unterwegssein prägen beide Erfahrungen. Wie auf einer Pilgerreise durchläuft man sonnige und stürmische Phasen, die zur Selbstreflexion und persönlichen Veränderung führen.
Diese Praxis wirft existenzielle Fragen auf, die sich auf das Leben, die eigene Identität und den Glauben beziehen. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Fragen kommt man verändert am Ziel an. Pastorin Piatkowski-Oh wünscht allen eine bewegliche und bewegte Fastenzeit, die Raum für neue Erfahrungen und spirituelles Wachstum bietet.



