Der Ortschaftsrat Roßlau hat am vergangenen Donnerstag einstimmig einen Antrag von Peter Vester (Die Linke) zur Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft für Dessau-Roßlau verabschiedet. Das Modell sieht vor, dass Empfänger von Sozialleistungen gemeinnützige Arbeiten verrichten, um wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden.
Zielgruppe: Jugendliche und Langzeitarbeitslose
Die Beschäftigungsgesellschaft soll sich insbesondere an Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und Langzeitarbeitslose richten. Durch praktische Tätigkeiten in Bereichen wie Stadtpflege oder sozialen Einrichtungen sollen die Teilnehmer Qualifikationen erwerben und den Wiedereinstieg in den regulären Arbeitsmarkt schaffen. Vester betonte, dass das Konzept auf Freiwilligkeit basiert, aber klare Erwartungen setzt: „Wer Leistungen erhält, soll auch einen Beitrag leisten.“
Reaktionen aus der Politik
Die AfD äußerte Genugtuung über den Vorstoß. Ein Sprecher der Partei erklärte, dass man ähnliche Forderungen bereits seit Langem vertrete. Die Linke hingegen betont den sozialen Aspekt: Es gehe nicht um Zwang, sondern um Chancen. Die Stadtverwaltung prüft nun die Umsetzbarkeit des Modells, das zunächst auf zwei Jahre angelegt sein soll. Finanziert werden könnte es durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds und Landesprogrammen.
Kritiker warnen vor möglichen Missbrauchsfällen und fordern klare Regeln, um eine Ausbeutung von Hilfebedürftigen zu verhindern. Befürworter sehen darin einen wichtigen Schritt zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit und zur Stärkung der Gemeinschaft.



