Lange Wartezeit endet: Bauarbeiten auf städtischer Brache beginnen
Mitten in München liegt seit vielen Jahren ein städtisches Grundstück brach, das nun endlich bebaut werden soll. Die AZ hat über Jahre hinweg immer wieder auf diesen Missstand hingewiesen und ihn als Skandal bezeichnet. Kurz vor der anstehenden Wahl haben die Bauarbeiten tatsächlich begonnen, nachdem das Projekt jahrelang verschoben wurde.
Jahrzehntelanger Leerstand und leere Versprechen
Im Jahr 2024 hätte man an der Marsstraße 76 ein trauriges Jubiläum feiern können: Vor 20 Jahren beschloss der Stadtrat, den kleinen Betriebshof inklusive Betriebswohnungen auf dem Areal zu schließen. Bereits 2010, also vor 15 Jahren, zogen die letzten Bewohner aus. Eine AZ-Reporterin notierte bei einem Ortsbesuch im Jahr 2013, das Gebäude sei "völlig heruntergekommen" gewesen, mit Brettern statt Fensterscheiben und einem Warnschild vor Einsturzgefahr am Eingang.
Das Vorderhaus wurde schließlich abgerissen, und die Stadt prüfte verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Im Jahr 2019 rang sich der Stadtrat endlich zu einer Entscheidung durch und vergab das Areal sowie das angrenzende Grundstück an der Klarastraße 11 an die städtische Wohnungsgesellschaft GWG, die heute zur Münchner Wohnen gehört. Damals wurde stolz angekündigt, dass auf dem Areal 44 günstige Wohnungen entstehen sollten, mit einem Baubeginn im Mai 2020.
Wiederholte Verzögerungen und Planänderungen
Als die AZ Monate später die Situation vor Ort begutachtete, lag das Areal jedoch weiterhin brach. Auf Nachfrage hieß es Anfang 2021, es gehe "ganz sicher" los, wobei nun nur noch von 33 Wohnungen die Rede war. Die damalige und heutige Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) jubelte dennoch: "Das Ergebnis kann sich sehen lassen!" Gebaut wurde weiterhin nicht.
Es folgten weitere Verzögerungen: Anfang 2022 erklärte die GWG auf erneute Anfrage, man plane nun mit 37 Wohnungen, und der Bau starte noch im selben Jahr mit Fertigstellung Ende 2025. Eineinhalb Jahre später war von Bauarbeiten jedoch nichts zu sehen. Bei der Wohnungsgesellschaft hieß es, man plane nun mit 56 geförderten Wohnungen, es habe Probleme bei Vereinbarungen mit Nachbarn gegeben, und die Fertigstellung sei für Herbst 2025 vorgesehen.
Endlich Bewegung auf der Brache
Im Herbst 2025 antwortete die Pressestelle der Münchner Wohnen auf erneute Anfrage nach einer Woche mit der Aussage: "Manche Projekte stehen leider einfach unter keinem guten Stern". Man habe "ungewöhnlich viele und zeitintensive Abstimmungsprozesse" gehabt, und als alle Fragen geklärt waren, habe der Freistaat einen Förderstopp ausgesprochen. Der Baubeginn wurde auf das erste Quartal 2026 verschoben.
Nun hat die Münchner Wohnen mitgeteilt, dass die Bauarbeiten tatsächlich begonnen haben. Das Projekt umfasst 56 öffentlich geförderte Mietwohnungen mit einer Größe zwischen 30 und 117 Quadratmetern für Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert, im Erdgeschoss entsteht eine Mobilitätsstation, und in den Außenanlagen werden Grünräume mit zwei Spielbereichen angelegt. Die Bezugsfertigkeit ist für das Jahr 2028 geplant.



