Historische Baumallee in Groß Breese: Umfassendes Konzept für langfristigen Erhalt
Die historische Baumallee entlang der Landesstraße in Groß Breese steht im Mittelpunkt eines ambitionierten Erhaltungskonzeptes. Nach jahrelanger Planung hat die Gemeinde Breese nun konkrete Maßnahmen entwickelt, um dieses kulturhistorische und ökologische Kleinod für kommende Generationen zu bewahren. Der beauftragte Planer legte Ende des vergangenen Jahres den finalen Plan vor, der bereits den zuständigen Behörden zur Kenntnis vorgelegt wurde.
Denkmalschutz und Naturschutz im harmonischen Zusammenspiel
Die besondere Herausforderung bei diesem Vorhaben liegt in der notwendigen Abstimmung zwischen Denkmalschutz und Naturschutz. Peter Rollenhagen, Bauamtsleiter des Amtes Bad Wilsnack/Weisen, erläutert: „Die großzügigen Bauerngrundstücke sollen ebenso erhalten bleiben wie die Straße als Ortsdurchfahrt mit ihrer charakteristischen Baumallee. Dieses Zusammenspiel muss sorgfältig ausbalanciert werden.“ Die Baumallee durchquert den historischen Dorfkern, weshalb sowohl der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg als auch die Denkmalschutzbehörden involviert sind.
Seit der Denkmalbereichssatzung von 2007 gilt das Prinzip, den ursprünglichen Bestand so weit wie möglich wiederherzustellen. Dabei entstehen gelegentlich Zielkonflikte zwischen den Anforderungen des Naturschutzes und denen des Denkmalschutzes, die im Rahmen des Konzeptes möglichst aufgelöst werden sollen.
Konkrete Maßnahmen für den Allee-Erhalt
Das erarbeitete Konzept sieht mehrere konkrete Schritte vor:
- Fällung kranker Bäume: Bereits Anfang März wurden fünf bis sechs Eichen entfernt, nachdem die Untere Naturschutzbehörde eine zusätzliche Prüfung veranlasst hatte.
- Entfernung von Kopflinden: Die durch jahrzehntelanges Kappen entstandenen Kopflinden sollen dem neuen Allee-Erscheinungsbild weichen, da sie nicht dem Ideal einer Baumallee entsprechen.
- Rückbau der Sommerwege: Die Fahrspuren entlang der Straße an den Häusern sollen entfernt werden, was allerdings zu Diskussionen mit Anwohnern führt, die diese Wege als Zufahrten nutzen.
- Neupflanzung klimaresistenter Arten: Auf den freigewordenen Flächen sollen Linden, Buchen und weitere heimische Baumarten gepflanzt werden, die besser an die veränderten Klimabedingungen angepasst sind.
Rollenhagen erklärt dazu: „Derzeit sammelt sich das Wasser auf den Sommerwegen, während den Bäumen an der Straße gerade in Zeiten des Klimawandels dieses wertvolle Nass fehlt.“ Die geplanten Neupflanzungen sollen daher nicht nur den Alleecharakter bewahren, sondern auch die Widerstandsfähigkeit des Baumbestandes erhöhen.
Umsetzung und Zeitplan
Für die praktische Umsetzung des Konzeptes soll nun ein Planungsbüro beauftragt werden. In einem ersten Schritt sind drei Bereiche vorgesehen: zwei am Ortsausgang Richtung Breese und einer gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus. Während Rollenhagen eher mit einem Beginn im nächsten Jahr rechnet, sieht Bürgermeister Fabien Wiesemann einen ambitionierteren Zeitplan.
„Wir haben bereits für dieses Jahr Gelder im Haushalt für die erste Maßnahme eingeplant“, so Wiesemann. Die Gemeinde plant, möglichst im Herbst die ersten 50 Bäume neu zu pflanzen und hat dafür 25.000 Euro bereitgestellt. Gleichzeitig hofft man auf zusätzliche Fördergelder, um das Vorhaben finanziell abzusichern.
Beide Verantwortlichen sind sich einig, dass es sich bei der Umsetzung des Allee-Erhaltungskonzeptes um ein langfristiges Projekt handelt, das sich über Jahrzehnte erstrecken wird. Fabien Wiesemann betont abschließend: „Letztendlich liegt die Entscheidung über Umfang und Tempo der Maßnahmen bei der Gemeindevertretung, die über die konkrete Umsetzung beschließen wird.“



