Erneute Demonstration vor Stadtratssitzung in Halle: „Kuh ist noch nicht vom Eis“
Am Mittwoch wird es erneut zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz in Halle (Saale) kommen, die im Vorfeld einer Stadtratssitzung stattfindet. Verschiedene Akteure aus der halleschen Kulturszene haben dazu aufgerufen, für den Erhalt von Kultur, Sport, Jugendarbeit und sozialer Infrastruktur in der Stadt zu demonstrieren.
Wiederholter Protest gegen drohende Kürzungen
Bereits Ende Februar hatten sich rund 2.000 Menschen an einer ähnlichen Demonstration beteiligt. Für die anstehende Kundgebung rechnen die Veranstalter jedoch mit einer geringeren Teilnehmerzahl von etwa 300 bis 500 Personen. Zahlreiche Einrichtungen aus Halle, darunter der „Blaue Elefant“ auf der Silberhöhe und die „Villa Jühling“ aus der Neustadt, haben ihre Unterstützung für den Protest angekündigt.
Im Demo-Aufruf wird die aktuelle Situation mit dem Sprichwort „Die Kuh ist noch nicht vom Eis“ beschrieben. Selbst wenn der Stadtrat für das Jahr 2026 einen Haushaltskompromiss ohne größere Einschnitte bei den sogenannten freiwilligen Leistungen beschließen sollte, bleibe das grundlegende Problem bestehen: Der Stadt fehlt es an finanziellen Mitteln, und beim nächsten Haushalt für 2027 könnte sich die gleiche Situation wiederholen.
Forderung nach langfristigen Lösungen
Die Organisatoren der Demonstration betonen, dass ein jährlicher Verteilungskampf ohne die Benennung der zugrunde liegenden Probleme keine nachhaltige Veränderung bringe. „Wenn wir jedes Jahr den gleichen Verteilungskampf führen, ohne das Grundproblem zu benennen, ändert sich nichts“, heißt es in ihrer Stellungnahme. Daher sei es notwendig, Druck auf die Regierungen auszuüben und zu zeigen, dass sich die Stadtgesellschaft nicht gegeneinander ausspielen lasse.
Die Kundgebung soll ein Zeichen setzen, dass die Bürgerinnen und Bürger Halle sich für den Erhalt wichtiger öffentlicher Angebote einsetzen. Die Demonstranten fordern eine langfristige Lösung für die Finanzierung von Kultur, Sport und sozialen Einrichtungen, um die Lebensqualität in der Stadt zu sichern.



