Lychen bereitet Förderantrag für Gewerbegebietserweiterung vor
Die Stadt Lychen treibt die geplante Erweiterung ihres Gewerbegebiets an der Landesstraße 15 in Richtung Fürstenberg entschlossen voran. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung wichtige Beschlüsse gefasst hat, steht nun der nächste Schritt an: die Beantragung von Fördermitteln für das Vorhaben.
Baurecht hergestellt – Förderantrag in Vorbereitung
Die Stadtverordneten haben einstimmig sowohl dem Abwägungsbeschluss zum Bebauungsplan „Gewerbegebiet Retzow 2. Bauabschnitt“ zugestimmt als auch das Planwerk zur Satzung erhoben. „Damit haben wir Baurecht hergestellt“, erklärte Lychens Bauamtsleiter Konrad Thürkow. Diese Entscheidung ist von zentraler Bedeutung, da sie die Stadt nun in die Lage versetzt, Fördermittel für die geplante Erweiterung zu beantragen.
Bereits im Vorfeld des Planverfahrens hatte Lychen Gespräche mit der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) als potenziellem Fördermittelgeber geführt. Die Stadt präsentierte ihr Vorhaben und erhielt eine grundsätzlich positive Rückmeldung. Demnach kann Lychen Fördermittel aus dem Förderprogramm des Landes zum Ausbau der wirtschaftsnahen kommunalen Infrastruktur (GRW-I) beantragen. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten bis zu 90 Prozent der Kosten aus diesem Programm finanziert werden.
Zeitplan und finanzielle Herausforderungen
Zu den Voraussetzungen für den Förderantrag gehört laut Bauamtsleiter Thürkow auch eine detaillierte Kostenberechnung. Die notwendigen Schritte hierfür seien parallel zum Planverfahren bereits eingeleitet worden. Thürkow rechnet damit, dass der Förderantrag im zweiten oder dritten Quartal dieses Jahres gestellt werden kann.
Doch stellt sich die Frage, ob sich Lychen die Erweiterung finanziell leisten kann, selbst wenn Fördermittel bewilligt werden. Auf derselben Sitzung beschlossen die Stadtverordneten auch den Haushaltsplan für das laufende Jahr. Kämmerin Nadine Weidner hatte zuvor die finanzielle Situation der Stadt für dieses und die kommenden zwei Jahre dargelegt – viel Spielraum für Investitionen bleibt dabei nicht. „Ich denke, es ist realistisch, die notwendigen Eigenmittel aufzubringen“, zeigte sich Thürkow dennoch optimistisch.
Langfristige Planung und aktuelle Bedarfe
Die Stadt steht unter keinem akuten Zeitdruck, das Vorhaben voranzutreiben. Zwar sind die Flächen im bereits bestehenden Gewerbegebiet nahezu vollständig ausgelastet, doch genau aus diesem Grund plant Lychen die Erweiterung, um potenziellen Interessenten bei Bedarf Flächen anbieten zu können. Konkrete Ansiedlungswünsche liegen aktuell zwar nicht vor, „aber wir hatten schon mündliche Anfragen“, so der Bauamtsleiter.
Die Erweiterungsidee ist nicht neu: Bereits bei der Planung des Gewerbegebiets im Jahr 1992 wurde der Gedanke einer möglichen Vergrößerung berücksichtigt. Vorsorglich wurde damals eine Fläche von rund 4,7 Hektar für einen zweiten Bauabschnitt reserviert. Diese Weitsicht ermöglicht es Lychen nun, zügig auf veränderte wirtschaftliche Bedürfnisse zu reagieren und die Stadt für künftige Gewerbeansiedlungen attraktiv zu halten.



