Rostock modernisiert Außenwerbung mit digitalen Elementen
Die Hansestadt Rostock hat die Rechte für die kommerzielle Außenwerbung auf öffentlichen Flächen neu vergeben. Dieser Schritt markiert eine deutliche Reduzierung der Werbeträger um etwa dreißig Prozent bei gleichzeitiger Einführung digitaler Technologien. Insbesondere die neuen digitalen Bildschirme sollen nicht nur Werbung zeigen, sondern auch als Warnsystem für die Bevölkerung dienen.
Langfristige Verträge mit etablierten Unternehmen
Die Stadtverwaltung teilte am Mittwochnachmittag mit, dass die Verträge für die kommende Dekade an die Firmen Wall GmbH und Ströer Media Deutschland GmbH vergeben wurden. Die Wall GmbH bleibt weiterhin für Fahrgastunterstände und City-Light-Vitrinen verantwortlich, während Ströer sich um geklebte Großflächen, Litfaßsäulen, Kandelaber und Gewerbehinweisanlagen kümmert.
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger von den Linken betonte, dass mit dieser Neuvergabe wirtschaftliche Interessen, städtebauliche Qualität und die Bedürfnisse der Rostockerinnen und Rostocker in Einklang gebracht wurden. Rostock erhalte damit ein modernes, reduziertes und zugleich leistungsfähiges Werbesystem, das sich sensibel in das Stadtbild einfüge.
Digitalisierung und Reduzierung der Werbeträger
Konkret sinkt die Anzahl der Werbeträger von bisher etwa 1.200 Standorten auf künftig 791 Anlagen. Gleichzeitig werden erstmals digitale Werbeträger auf kommunalen Flächen installiert. Patrick Möller, Geschäftsführer der Wall GmbH, erklärte: In den nächsten Monaten werden wir durch die Digitalisierung von Stadtinformationsanlagen und Werbeflächen in Wartehallen das Angebot unserer Stadtmedien erweitern.
Besonders bedeutsam ist die geplante Integration in das MoWaS-Netzwerk des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Diese ermöglicht es, die Bevölkerung zeitnah über Unwetter, Brände oder andere Gefahren zu informieren und zu warnen.
Modernisierung der Haltestelleninfrastruktur
Im Bereich der 412 Fahrgastunterstände sind umfangreiche Veränderungen geplant:
- 14 Unterstände werden bis zum Herbst ausgetauscht
- 89 Anlagen sollen innerhalb eines Jahres saniert werden
- 19 größere Unterstände werden innerhalb von zwei Jahren erneuert
- Zusätzlich können jährlich bis zu vier neue Unterstände errichtet werden
Laut Wall-Chef Möller hat sich Rostock für ein nachhaltiges Stadtmöblierungskonzept entschieden. Im Gegensatz zu anderen Städten, wo nach Vertragswechseln Hunderte Haltestellen abgerissen und neu gebaut wurden, setzt Rostock auf schrittweise Modernisierung.
Weitere Vertragsdetails und Auswirkungen
Die Stadt sicherte sich vertraglich Reinigung, Wartung und ein gepflegtes Erscheinungsbild aller Anlagen. Zudem steht künftig Raum auf den Werbeträgern für städtische Informations- und Kulturkampagnen zur Verfügung – auch in digitaler Form.
Einige bisher durch den Stadtwerbevertrag abgedeckte Toiletten in der Innenstadt entfallen vorerst ersatzlos. Für diese Standorte werden in Abstimmung mit den zuständigen Ämtern passende Ersatzneubauten geplant. Die etwa 40 Werbeuhren in der Stadt sind nicht Teil dieses Vertrages und unterliegen separaten Regelungen.
Die finanziellen Auswirkungen des neuen Vertrages wurden in der städtischen Mitteilung nicht detailliert erläutert. Klar ist jedoch, dass Rostock mit dieser Neuausrichtung der Außenwerbung einen wichtigen Schritt in Richtung moderner, digitaler Stadtkommunikation geht, der sowohl kommerzielle als auch sicherheitsrelevante Aspekte vereint.



