Dreijährige Großbaustelle in Rostock geht zu Ende
Die umfangreiche Sanierung der Ziolkowskistraße in Rostocks Südstadt nähert sich nach drei Jahren Bauzeit ihrem Abschluss. Ab Ende April soll die Straße wieder vollständig befahrbar sein, wie die zuständige Bauleiterin der Stadt, Alice Krebs, mitteilt. Die gemeinsame Baumaßnahme von Hansestadt und Nordwasser GmbH hat insgesamt 7,5 Millionen Euro gekostet, wobei Nordwasser 4,5 Millionen und die Stadt drei Millionen Euro investierte.
Letzte Verkehrseinschränkungen ab Ende März
Bevor die Arbeiten im Frühjahr endgültig abgeschlossen werden können, müssen sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer auf eine letzte größere Einschränkung einstellen. Ab Ende März wird die Kreuzung Ziolkowskistraße/Majakowskistraße vollständig gesperrt bleiben. In dieser Phase führt Nordwasser den Ringschluss der neuen Leitungen durch, während die Stadt an diesem Knotenpunkt eine verkehrsberuhigende Aufpflasterung installiert.
Ursprünglich war die Fertigstellung für Anfang 2026 geplant, doch starker Regen Anfang 2025 und intensiver Frost zu Beginn dieses Jahres hatten zu Verzögerungen geführt. Aktuell laufen zwischen Majakowskistraße und Erich-Weinert-Straße die letzten Arbeiten an Gehwegen, Parkplatzbuchten und dem Straßenbelag.
Modernisierung von Grund auf
Die Straße aus den 1960er Jahren wurde in zwei Bauabschnitten und insgesamt sieben Teilbauabschnitten grundlegend erneuert. „Immer von unten nach oben“, beschreibt Andreas Krooß, Bauleiter der Nordwasser GmbH, das Vorgehen. Das Versorgungsunternehmen hat den sanierungsbedürftigen Mischwasserkanal aus dem Jahr 1962 durch ein modernes Trennsystem ersetzt.
Die neuen Leitungen verbessern die Versorgungssicherheit erheblich und machen Havarien unwahrscheinlicher. „Wir gehen jetzt erst mal die nächsten 50 Jahre nicht mehr in die Straße“, so Krooß. Unter dem Aspekt der Klimaanpassung wurde zudem ein Regenrückhalte-Staukanal mit einer Kapazität von 200 Kubikmetern installiert, der bei Starkregenereignissen entlasten soll.
Sicherheit und Komfort deutlich verbessert
Oberirdisch hat die Stadt zahlreiche Verbesserungen umgesetzt. Die alte, oft geflickte Betonfahrbahn wurde durch eine Asphaltdecke ersetzt. Neu angelegt wurde ein durchgehender beidseitiger Gehweg – zuvor existierte dieser nur stellenweise einseitig. Besonderes Augenmerk lag auf der Schulwegsicherung.
„Damit die Schüler gesichert zwischen den Autos gehen können, wurden Cups ausgebildet“, erklärt Alice Krebs. Dabei springt der Gehweg an Kreuzungsbereichen hervor, sodass Kinder auf sicherem Terrain stehend den Verkehr einsehen können. Auch der Wurzelbereich von Bäumen wurde durch spezielle Beläge geschützt.
Mehr Parkplätze für die Südstadt
Ein erfreuliches Ergebnis für die parkplatzknappe Südstadt: Die Anzahl der Stellplätze entlang der Ziolkowskistraße erhöht sich von 175 auf 203, darunter 48 Privatparkplätze. Zusätzlich entstand im Rahmen der Baumaßnahme ein neuer Parkplatz an der Kreuzung Kurt-Tucholsky-Straße.
Dieser dient als Ausgleich für etwa 20 bis 30 Parkplätze, die wegfallen werden, wenn die Wiro auf einer angrenzenden Fläche ein neues Wohnhaus errichtet. Die Bauabschnitte waren so gewählt worden, dass der Zugangsverkehr stets gewährleistet blieb und Parkplätze möglichst schnell wieder verfügbar wurden.
Positive Resonanz trotz langer Bauzeit
Die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Nordwasser, den koordinierenden IB-VM-Ingenieuren sowie den zahlreichen Akteuren in der Straße – darunter Wohnungsunternehmen, private Vermieter und der Einzelhändler Netto – wird von allen Beteiligten als essenziell für den Erfolg der Maßnahme betont.
Erstaunlicherweise gab es kaum Beschwerden von Anwohnern. Sybille Bachmann, Vorsitzende des Ortsbeirates Südstadt, bestätigt: „In keiner einzigen Ortsbeiratssitzung wurden die langen Bauarbeiten angesprochen, nicht einmal kam ein Bürger, es kam auch keine E-Mail dazu. Die Bürger hatten Verständnis.“
Mit der finalen Sperrung der Kreuzung ab Ende März und der geplanten Freigabe Ende April geht eine der größten Infrastrukturmaßnahmen der jüngeren Zeit in Rostocks Südstadt ihrem Ende entgegen – mit spürbaren Verbesserungen für Verkehrssicherheit, Parkmöglichkeiten und städtische Infrastruktur.



