Skandal-Brache in München: Nach jahrelangem Stillstand endlich Baubeginn vor der Wahl
Skandal-Brache in München: Endlich Baubeginn vor der Wahl

Skandal-Brache in München: Nach jahrelangem Stillstand endlich Baubeginn vor der Wahl

Die Marsstraße 76 in München war über Jahre hinweg ein Symbol für städtisches Versagen. Mitten in der Stadt gelegen, lag das Grundstück brach, obwohl es der Stadt gehört. Die AZ hat dieses Thema immer wieder aufgegriffen und als Skandal bezeichnet. Nun, pünktlich vor dem Wahltag, haben die Bauarbeiten endlich begonnen.

Jahrzehnte des Stillstands und leere Versprechen

Seit 2004, als der Stadtrat beschloss, den Betriebshof mit Wohnungen zu schließen, hat sich kaum etwas getan. 2010 zogen die letzten Bewohner aus, und 2013 beschrieb eine AZ-Reporterin das Gebäude als "völlig heruntergekommen" mit Brettern statt Fensterscheiben und Warnschildern vor Einsturzgefahr. Zwar wurde das Vorderhaus abgerissen, aber konkrete Pläne blieben aus.

2019 vergab der Stadtrat das Areal an die städtische Wohnungsgesellschaft GWG, heute Münchner Wohnen. Damals kündigte man stolz 44 günstige Wohnungen an, mit Baubeginn im Mai 2020. Doch als die AZ Monate später vor Ort war, lag das Gelände weiter brach. Auf Nachfrage hieß es, Anfang 2021 würde es losgehen, nun mit 33 Wohnungen. Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) jubelte: "Das Ergebnis kann sich sehen lassen!" Gebaut wurde jedoch nicht.

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Wiederholte Verzögerungen und neue Pläne

Es folgten weitere Verschiebungen:

  • Anfang 2022: Planung mit 37 Wohnungen, Baubeginn noch 2022, Fertigstellung Ende 2025.
  • Eineinhalb Jahre später: Keine Bauarbeiten sichtbar, nun Planung mit 56 geförderten Wohnungen, Probleme mit Nachbarn, Fertigstellung Ende 2025 erwartet.

Im Herbst 2025 antwortete die Münchner Wohnen auf erneute Anfrage der AZ, dass sich der Baubeginn weiter verzögert habe. "Manche Projekte stehen leider einfach unter keinem guten Stern", hieß es offiziell. Ungewöhnlich viele Abstimmungsprozesse und ein Förderstopp des Freistaats wurden als Gründe genannt. Der neue Baubeginn wurde für das erste Quartal 2026 angekündigt.

Endlich Bewegung: Baubeginn und Zukunftsvisionen

Nun hat die Münchner Wohnen mitgeteilt, dass die Bauarbeiten tatsächlich begonnen haben. Das Projekt umfasst:

  • 56 öffentlich geförderte Mietwohnungen für Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen, Größen zwischen 30 und 117 Quadratmetern.
  • Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken München.
  • Eine Mobilitätsstation im Erdgeschoss mit nachhaltigen Angeboten.
  • Grünräume mit zwei Spielbereichen in den Außenanlagen.

Die Wohnungen sollen 2028 bezugsfertig sein. Nach jahrelangem Druck und öffentlicher Kritik scheint endlich Bewegung in die Skandal-Brache zu kommen, auch wenn viele Fragen zu den Verzögerungen offenbleiben.

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