Stadtgarten Neubrandenburg: Saisonstart trotz unklarer Zukunft und geplantem Verkauf
Stadtgarten Neubrandenburg: Saisonstart trotz ungewisser Zukunft

Stadtgarten in Neubrandenburg: Saisonstart trotz unklarer Zukunft und geplantem Verkauf

Die Eröffnung der Gartensaison im neuen Neubrandenburger Stadtgarten fand am 22. März statt und markierte einen wichtigen Schritt für das Gemeinschaftsprojekt, das zuvor durch einen geplanten Verkauf des Areals gefährdet war. Bianca Haisch vom gemeinnützigen Verein Lokale Agenda 21 betont: „Das Projekt kurz vor dem Start abzusagen, wäre ein großer Vertrauensverlust gewesen.“ Gemeinsam mit vielen Engagierten feierte der Verein den Auftakt, obwohl die Zukunft des Gartens ungewiss bleibt.

Geplanter Verkauf für Wohnbebauung bedroht Projekt

Das Stadtgarten-Projekt in der Neubrandenburger Innenstadt an der Ecke Ringstraße/Beguinenstraße/Dümperstraße war bereits länger in Planung, doch die Stadt plant, das Grundstück bis zum Spätsommer 2026 zu verkaufen, um Wohnungen zu errichten. Bianca Haisch zeigt Verständnis für die Wohnungsnot: „Wohnbebauung in der Innenstadt ist sehr gefragt, das ist absolut nachvollziehbar.“ Gleichzeitig warnt sie: „Andererseits sinkt die Attraktivität auch, wenn wir alles zubetonieren und keine qualitativ hochwertigen Aufenthaltsorte mehr haben.“ Eine Änderung des Bebauungsplans erfordert einen fraktionsübergreifenden politischen Willen in der Stadtvertretung, was bisher nicht gelungen ist.

Sozialer Treffpunkt trotz zeitlicher Limitierung

Zumindest für diese Gartensaison ist das Stadtgarten-Projekt gesichert. Bianca Haisch erklärt: „Der Gartenaspekt ist insbesondere durch die zeitliche Limitierung etwas in den Hintergrund gerückt, dafür ist der soziale Aspekt aber umso größer.“ Der Garten dient als wertvoller Treffpunkt, besonders angesichts zunehmender Einsamkeit. Für den Verein Lokale Agenda 21 handelt es sich um das größte Projekt der vergangenen Jahre. Eine direkte Bepflanzung ist aufgrund von Bauschutz kaum möglich, doch es wurden bereits acht Hochbeete angelegt, eine Blühwiese geschaffen und ein Staudenbeet begonnen. Ein Picknicktisch bietet erste Sitzgelegenheiten, weitere sollen im April und Mai folgen.

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Kaum Hoffnung auf langfristige Zukunft

Große Hoffnungen, dass das Projekt über diese Saison hinaus bestehen kann, gibt es nicht. Bianca Haisch sagt: „Es gab diesbezüglich auch keine Gespräche mit der Stadt, da der Zeitplan klar kommuniziert wurde.“ Ein solches Projekt funktioniere nur mit realistischen Erwartungen. Die Beteiligten müssen ihre Pläne zügig umsetzen, da eine solche Gelegenheit für einen Stadtgarten wohl nicht wiederkehren wird. „Rückblickend ist es einfach bedauerlich, dass wir so lange gewartet haben, diese Fläche mit einer Zwischennutzung aufzuwerten“, bedauert die Neubrandenburgerin, hofft aber, dass daraus gelernt wird.

Beteiligung und geplante Veranstaltungen

In den kommenden Wochen sind Anwohner und Interessierte eingeladen, sich aktiv zu beteiligen. Aufgaben umfassen:

  • Streichen und Bepflanzen der Hochbeete bis Ende April
  • Fertigstellung des Staudenbeets bis Ende April
  • Unterstützung durch Spenden von Pflanzen, Gartenwerkzeug oder Mobiliar

Als erste große soziale Veranstaltung ist am 29. Mai der Tag der Nachbarschaft geplant. Bis dahin soll der Garten weitgehend angelegt sein, und der Bauzaun könnte entfernt werden. Gespräche mit dem Neubrandenburger Studio-Verein laufen, möglicherweise könnte bei der Fête de la Musique eine Bühne aufgestellt werden. Auch ein Open-Air-Kino wird erwogen. „An Ideen mangelt es nicht“, so Bianca Haisch, doch die Umsetzung hängt von rechtlichen Rahmenbedingungen wie Ruhestörungsvorschriften ab.

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