Unterwasser-Einsatz in Bützow: Letzte Reste der alten Warnow-Brücke verschwinden
In Bützow ist von der ehemaligen Gummiwegbrücke über die Warnow oberirdisch nichts mehr zu erkennen. Der sichtbare Überbau wurde bereits vollständig entfernt. Doch die eigentliche Herausforderung beginnt erst jetzt in den Tiefen des Flusses. Spezialisierte Taucher führen derzeit die letzten und technisch anspruchsvollsten Rückbauarbeiten durch, um die Fundamente der alten Brücke zu beseitigen.
Thermisches Brennschneiden in der Warnow
„Den abschließenden und technisch anspruchsvollsten Schritt der Rückbauarbeiten bildet die Entfernung der Larssen-Pfähle, die als Tiefgründung des alten Bauwerks in erheblicher Tiefe im Gewässergrund verankert waren“, erläutert Kevin Möller, Sachbearbeiter für Hoch- und Tiefbau bei der Stadt Bützow. Da eine maschinelle Extraktion aufgrund der großen Einbautiefen und des fortgeschrittenen Korrosionszustands nicht möglich war, setzt ein spezialisiertes Tauchunternehmen auf thermisches Brennschneiden unter Wasser.
Mit dieser Methode werden die Stahlspundwandprofile präzise abgetrennt. Die so gelösten Pfahlabschnitte werden anschließend geborgen, an die Oberfläche gebracht und fachgerecht entsorgt. „Mit Abschluss dieser Arbeiten ist das Bestandsbauwerk vollständig zurückgebaut; der Baubereich im Gewässer ist für die Neubauarbeiten freigegeben“, betont Möller.
Rückbaufortschritte liegen über Plan
Die bisher erzielten Fortschritte beim Rückbau übertreffen die im Bauzeitenplan vorgesehenen Sollwerte. „Dies ist in erster Linie auf die hohe Ausführungsqualität und Leistungsfähigkeit der beteiligten Bauunternehmen – der Holger Roock GmbH sowie der Matthäi Bauunternehmen GmbH – zurückzuführen“, so Möller. Nach Beendigung der Abbrucharbeiten wird die Baustelle beräumt und für den anstehenden Neubau vorbereitet.
Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass im direkten Baubereich für etwa vier Wochen kaum Baustellenverkehr zu erwarten ist. „Dies ist kein Hinweis auf eine Unterbrechung oder Verzögerung der Baumaßnahme, sondern entspricht dem planmäßigen Bauablauf“, erklärt Kevin Möller.
Vorbereitungen für den Brückenneubau laufen parallel
Der Neubau der Brücke mit der Bezeichnung BUE 003 erhält einen Überbau in Stahlbauweise. Im Gegensatz zu einer klassischen Ortbetonkonstruktion wird dieser in einer spezialisierten Fertigungshalle vorgefertigt. Dort wird die Stahlkonstruktion zusammengefügt, ausgerichtet und vollständig verschweißt, bevor sie zur Baustelle transportiert und eingebaut wird. „Dieser Fertigungsprozess unterliegt strengen qualitätssichernden Anforderungen, die vor dem Einbau zwingend zu erfüllen sind“, betont Möller.
Während der Fertigungszeit in der Halle werden auf der Baustelle parallel die neuen Widerlager in Stahlbetonbauweise hergestellt. Diese Widerlager bilden die konstruktive Schnittstelle zwischen dem Erdbauwerk und dem Überbau und nehmen die Auflagerlasten der Brückenkonstruktion auf. Ihre Herstellung erfolgt nach den Vorgaben der Ausführungsplanung und unterliegt einer baubegleitenden Qualitätskontrolle.
Sobald der Stahlüberbau alle erforderlichen Prüfungen durchlaufen hat und die Widerlager eine ausreichende Betonreife erreicht haben, wird der Einbau des Überbaus terminiert. Damit rückt die neue Warnow-Überquerung in Bützow Schritt für Schritt näher.



