DDR-Erinnerung: Berufstätige Frau (55) bittet Handel um Nachschub am Nachmittag
DDR-Erinnerung: Bitte um Nachschub am Nachmittag

Berufstätige Frau (55) vermisst Nachschub aus DDR-Zeiten

Renate T. (Name geändert) ist eine kühle Rechnerin. Die 55-jährige Uckermärkerin führt ihren Haushalt mit spitzem Bleistift, um die Familie über den Monat zu bringen. Meist kauft sie das, was im Angebot ist, erklärte sie der Redaktion: „So können wir uns trotzdem fast alles weiter leisten. Na ja, fast ...“

Besonders Kaffee liebt die zweifache Mutter, doch bei Preisen von bis zu zehn Euro pro 500-Gramm-Paket schmeckt ihr der Genuss kaum noch. Umso größer war ihre Freude, als sie in der Zeitung eine Werbung eines nahegelegenen Supermarkts entdeckte: Der Handel senkte die edlen Bohnen um 24 Prozent auf 6,99 Euro pro Paket.

„Also nichts wie hin“, dachte sie. Doch ihre Arbeitszeit machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Vor 16 Uhr konnte sie das 20 Kilometer entfernte Büro nicht verlassen. „Nach Feierabend habe ich mich sofort ins Auto gesetzt und bin dorthin gedonnert“, berichtete die Verwaltungsmitarbeiterin. Doch als sie den Discounter erreichte, waren die Regale blitzeblank leer. Viele andere Kunden hatten die gleiche Idee gehabt.

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„Nicht ein einziges Päckchen habe ich mehr bekommen, das ist doch mies“, ärgerte sie sich. Sie musste an sich halten, um ihren Unmut nicht an den Verkäufern auszulassen. „Ich bin ohne etwas zu sagen gegangen“, erzählte sie später. Zu Hause kam ihr jedoch eine Idee: „Zu Ostzeiten waren viele Produkte rar. Wer bestimmte Fleisch- und Wurstsorten, Obst, Molkereiprodukte oder guten Kaffee haben wollte, musste früh aufstehen oder nach Feierabend kommen. Denn am Nachmittag räumten die Mitarbeiter in der DDR noch einmal Sortiment nach, damit die berufstätige Bevölkerung nicht leer ausging. Das würde ich mir heutzutage auch wünschen.“

Ein Appell an den Handel

Renate T. wünscht sich, dass Supermärkte ihre Sonderangebote nicht nur am Morgen auffüllen, sondern auch am Nachmittag – so wie in der DDR. Dann hätten auch Berufstätige eine faire Chance, von den Rabatten zu profitieren. Ob der Handel diesen Wunsch umsetzt, bleibt abzuwarten.

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