Altwarp: Kleine Feuerwehr mit großem Potenzial beweist Stärke
Im beschaulichen Fischerdorf Altwarp am Haff zeigt die lokale Freiwillige Feuerwehr, dass Größe nicht alles ist. Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung wurde deutlich, dass die Wehr trotz ihrer überschaubaren Mannschaft über bemerkenswertes Potenzial verfügt. Dies liegt nicht nur am im Bau befindlichen neuen Feuerwehrgerätehaus, sondern vor allem am Engagement der Einsatzkräfte.
Einsatzbereitschaft und Ausbildung als Grundpfeiler
Gemeindewehrführer René Bredow betonte in seinem Bericht die ständige Einsatzbereitschaft seiner Truppe. „Unabhängig davon, ob unsere Einsätze letztlich vollständig durchgeführt wurden oder nicht, waren wir jederzeit einsatzbereit“, hob Bredow hervor. Im vergangenen Jahr bewältigte die Wehr zwei technische Hilfeleistungen. Der gute Ausbildungsstand ermögliche es, umgehend Hilfe zu leisten. „Deshalb bin ich sehr stolz auf unsere Truppe“, machte der Wehrführer deutlich und unterstrich, dass Ausbildung die Grundlage für sicheres Arbeiten im Einsatz darstellt.
Enge Vernetzung mit Nachbarwehren
Neben den regulären Ausbildungsdiensten setzt die Feuerwehr Altwarp auf intensive Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren. „Die Vernetzung und Zusammenarbeit mit den Feuerwehren unseres Amtes sind ein roter Faden unserer Arbeit“, erklärte René Bredow. Konkret absolvierte man im Juni 2025 eine Atemschutzübung mit der Nachbarwehr Luckow und eine Bootsausbildung mit Rieth, die insbesondere für Wasserlagen und Menschenrettung essenziell war. Für das laufende Jahr ist eine gemeinsame Sanitätsausbildung mit Vogelsang-Warsin geplant.
Teamzuwachs und Herausforderungen der Tagesverfügbarkeit
Die Einsatzabteilung der Altwarper Wehr besteht aktuell aus zwölf Kameraden und einer Kameradin. Mit Lea-Sophie Herz hat das Team erstmals eine Frau in ihren Reihen. „Die Oberfeuerwehrfrau hat vorher auf der Insel Rügen Dienst getan und wir freuen uns sehr über den Zuwachs“, betonte Bredow. Dennoch bleibt die Tagesverfügbarkeit eine Herausforderung. Tagsüber sind in der Regel nur zwei bis drei Kameraden im Ort verfügbar. Dank Homeoffice und Schichtarbeit gelingt es stellenweise, eine Staffel für das Mehrzwecklöschfahrzeug sicherzustellen. Mitgliederwerbung bleibt daher eine wichtige Aufgabe.
Einsatzerfahrungen und aktualisierte Alarmierung
Bürgermeister Jan Herzfeld, der selbst in der Feuerwehr Dienst tut, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung praktischer Einsatzerfahrung. „Man kann so viel üben, wie man will, man muss auch mal auf das Spielfeld. Bestimmte Erfahrungen sammelt man nur im Einsatz“, bekräftigte Herzfeld. Damit spielte er auf den Brand eines Schuppens am 9. Februar 2026 an, bei dem die Feuerwehr Altwarp nicht alarmiert worden war – was zu Unmut unter den Kameraden geführt hatte.
Christian Wloch von der Amtswehrführung zeigte Verständnis für diese Reaktion. „Der Brand war nicht groß. Mit der geobasierten Alarmierung wird in Zukunft mehr für die Kameraden aus Altwarp zu tun sein“, machte Wloch deutlich. Die Ausrückeordnung wird entsprechend aktualisiert, wobei letztlich die Leitstelle über Alarmierungen entscheidet.
Fortschritte beim Feuerwehrgerätehaus und Beförderungen
Zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses informierte Bürgermeister Herzfeld, dass die nächsten Baulose vergeben wurden. Wegen des harten Winters kann jedoch noch keine konkrete Aussage zur Fertigstellung getroffen werden. „Erst wenn es tatsächlich fertig ist, werden wir einen Termin für die Eröffnungsfeier bekannt geben“, so Herzfeld.
Im Rahmen der Versammlung wurden zudem Beförderungen vorgenommen: René Bredow wurde für die Dauer seiner Amtsausübung als Gemeindewehrführer zum Hauptlöschmeister ernannt, und Andreas Bretzke erhielt ebenfalls diese Beförderung. Diese Anerkennungen unterstreichen die Wertschätzung für das Engagement der Feuerwehrleute in Altwarp.



